Sonntag, 21. Januar 2018
31. Dezember 2017 um 21:40 Uhr

Blickpunkt : Anschlag auf Trauernde in Afghanistan: Mindestens 17 Tote

Kabul (dpa) Es ist eine besonders perfide Masche von Terroristen: Anschläge auf Trauerfeiern lassen Opferzahlen wegen der oft vielen Teilnehmer schnell hochschnellen. Diesmal traf es den Osten Afghanistans.
Afghanische Sicherheitskräfte untersuchen die Stelle eines Anschlags. Foto: Mohammad Anwar Danishyar

Afghanische Sicherheitskräfte untersuchen die Stelle eines Anschlags. Foto: Mohammad Anwar Danishyar

Erneut ist in Afghanistan eine Trauergesellschaft Opfer eines Terroranschlags geworden. Mindestens 17 Menschen kamen am Sonntag ums Leben, 14 weitere wurden verletzt, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs sagte.

Die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen, da mehrere Verletzte in kritischem Zustand seien. Es handelte sich um das Begräbnis eines regionalen Politikers. Wie viele Menschen dabei insgesamt anwesend waren, blieb zunächst unklar. Andere Quellen berichteten von bis zu 30 Verletzten.

Nachdem es zunächst geheißen hatte, ein Selbstmordattentäter habe die Beerdigungszeremonie angegriffen, stellte sich später heraus, dass eine auf einem geparkten Motorrad montierte Bombe detoniert war. Alle Opfer waren Zivilisten, wie der Sprecher weiter sagte. Die Menschen hatten sich versammelt, um Wali Gul zu beerdigen, einen ehemaligen Chef der Distriktverwaltung.

Der Anschlag ereignete sich im Distrikt Behsud der Provinz Nangarhar im Osten Afghanistans, nahe der Provinzhauptstadt Dschalalabad. Die Provinz grenzt an Pakistan. Auf afghanischer Seite kontrolliert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seit längerer Zeit einige Gebiete. Die Provinz gilt als ihr Rückzugsort in dem Land. Afghanisches und US-Militär bombardieren die Extremisten regelmäßig.

Zunächst übernahm keine Gruppe die Verantwortung für den Anschlag. In Afghanistan kämpfen neben dem IS auch die radikalislamischen Taliban gegen die vom Westen gestützte Regierung. Die Taliban bestritten, hinter der Bluttat zu stehen, wie ein Sprecher der Gruppe sagte.

Erst am Donnerstag hatte sich ein Mann in einem Kulturzentrum in der Hauptstadt Kabul in die Luft gesprengt. Als Menschen zu Hilfe eilten, wurden vor dem Haus zwei weitere Bomben gezündet. Mindestens 42 Menschen starben und 84 weitere wurden verletzt.


Das könnte Sie auch interessieren
Das Hotel war bereits 2011 einmal Ziel eines Angriffs. Foto: Can Merey/Archiv

:Tote bei Angriff auf großes Hotel in Kabul

Kabul (dpa) Der zweite schwere Angriff in Kabul gleich zu Jahresanfang trifft ein großes Hotel. Die Gefechte der Spezialkräfte mit den Angreifern dauern Stunden. Gleichzeitig versuchen sie, Gäste zu retten. Unter anderem waren im Haus eine Hochzeit und eine Konferenz im Gang. mehr...

«Die Pflegereform bringt deutlich weniger, als von der Bundesregierung behauptet», sagt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Foto: Daniel Reinhardt

:Gemischte Bilanz nach einem Jahr Pflegereform

Berlin (dpa) Seit Anfang 2017 gilt eine neue Einstufung von Betroffenen bei der  Pflegeversicherung. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff sollen unter anderem auch Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz besser berücksichtigt werden. mehr...

Ein vom Sturm entwurzelter Baum liegt in Düsseldorf auf Oberleitungen. Foto: David Young

:Pro Bahn fordert weniger Bäume neben Gleisen

Berlin (dpa) Wieder krachten viele Bäume auf die Gleise. An mehr als 200 Streckenabschnitten wurden Reparaturen nötig. Erstmals seit 2007 kam der Bahn-Fernverkehr durch Orkantief «Friederike» komplett zum Erliegen. Fahrgast-Lobbyisten fordern: Pflanzt mehr Büsche neben den Gleisen! mehr...

Durch Sturmtief «Friederike» lagen Bäume und Äste auf der ICE-Trasse zwischen Hannover und Göttingen. Foto: Swen Pförtner

:Verband Pro Bahn will weniger Bäume neben Gleisen

Osnabrück (dpa) Bäume werden nach Angaben der Bahn zurzeit mindestens sechs Meter links und rechts der Gleise zurückgeschnitten. mehr...

Das im Oktober 2017 von der Polizei veröffentlichte Foto zeigt den Blick auf das Gelände, auf dem das Musikfestival mit 20.000 Besuchern stattfand. Foto: Las Vegas Metropolitan Police Department

:Abschlussbericht: Schütze von Las Vegas handelte allein

Las Vegas (dpa) Es war das folgenreichste Verbrechen der jüngeren US-Geschichte. Nun legt die Polizei zum Massaker von Las Vegas ihren vorläufigen Abschlussbericht vor. Mit vielen, vielen Details - und doch bleibt die Kernfrage offen. mehr...

Mediathek

Dreischers Wetter: So wird das Wochenende

Anzeige
 

Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Service
Gary Oldman als Winston Churchill und Kristin Scott Thomas als Clementine Churchill. Foto: Jack English/Universal Pictures Internationalanhören

Top-Film der Woche:Die dunkelste Stunde

Wenn wir unserem Filmkritiker Peter Dickmeyer glauben dürfen, dann ist in dieser Woche einer der großen Oscar-Kandidaten gestartet. mehr...

Gary Oldman verkörpert glaubhaft den britischen Premierminister Winston Churchill. Foto: Jack English/Universal Pictures Internationalanhören

Filmstarts der Woche:Neu im Kino

Ziemliches Mäusekino diese Woche: Es geht um absichtlich und unabsichtlich verkleinerte Menschen. mehr...

anhören

Food Trends:Das vietnamesische Wundermittel

Hat ein Star-Koch eigentlich auch ein Lieblingsgericht? In dieser Woche hat uns Heiko Antoniewicz in den Food Trends verraten, warum es ihm die vietnamesische Pho Nudelsuppe so angetan hat. mehr...

Tickets
Facebook