Freitag, 19. Januar 2018
02. Januar 2018 um 14:40 Uhr

Blickpunkt : Fortschritt beim Abbau des Asyl-Antragsstaus erwartet

Nürnberg (dpa) Es soll viel schneller gehen bei den Asylanträgen in diesem Jahr. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist sich sicher: Der Antragsstau wird zügig abgebaut. Probleme bereiten aber weiter die komplexen Altfälle.
Flüchtlinge in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte

Flüchtlinge in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte

Trotz eines erhöhten Bearbeitungsaufwands bei älteren Asylfällen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 2018 mit weiteren deutlichen Fortschritten beim Abbau des Asylantragsstaus.

Eine Prognose, ob sich die Zahl der anhängigen Verfahren bereits im neuen Jahr auf ein normales Niveau senken lasse, lehnte eine Behördensprecherin mit Hinweis auf die Unwägbarkeiten internationaler Flüchtlingsbewegungen ab. Als anhängig gelten alle Verfahren, bei denen zwar ein Asylantrag gestellt wurde, aber eine Entscheidung des BAMF noch aussteht.

Bei «gleichbleibenden Zugangszahlen» werde aber «in Zukunft mit einem normalen Bestand von 50 000 Asylverfahren zu rechnen sein», sagte die Sprecherin zur Deutschen Presse-Agentur. Weil auch in Zukunft Menschen in Deutschland Asyl beantragen dürften, würden die anhängigen Asylverfahren «niemals auf null sinken», betonte sie. Zum Jahresbeginn 2017 hatte die Zahl der anhängigen Asylverfahren noch bei 435 000 gelegen.

Zuletzt war der Asyl-Antragsstau auf 75 660 Verfahren gesunken (Stand Ende November) - 30 314 davon waren Altfälle. Viele davon seien sehr komplex; die Bearbeitung erfordere daher mehr Zeit, sagte die Sprecherin. So seien häufig zusätzliche Recherchen erforderlich oder es fehlten Unterlagen, etwa ein medizinisches Attest. Dadurch sei die durchschnittliche Verfahrensdauer im November mit 10,7 Monaten noch relativ groß gewesen. Dagegen seien Asylverfahren aus dem Jahr 2017 im Schnitt innerhalb von rund zwei Monaten abgeschlossen worden.

Die Zahlen für Dezember veröffentlicht das Bundesinnenministerium erst im Januar.


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