Mittwoch, 17. Januar 2018
03. Januar 2018 um 20:40 Uhr

Blickpunkt : Nach Bannons Vorwürfen schlägt Trump mit Wucht zurück

Washington (dpa) Trump kontra Bannon: Kurz nach den hochexplosiven Äußerungen seines Ex-Chefstrategen zerschneidet der US-Präsident das Tischtuch. Es geht hoch her. Im Raum stehen Begriffe wie «Verrat» und «Verstand verloren».
US-Präsident Trump lässt die Kritik vonn Steve Bannon nicht auf sich sitzen. Foto: Evan Vucci

US-Präsident Trump lässt die Kritik vonn Steve Bannon nicht auf sich sitzen. Foto: Evan Vucci

US-Präsident Donald Trump bricht mit seinem früheren Chefstrategen Stephen Bannon.

Nach schweren Vorwürfen Bannons an die Adresse des ältesten Trump-Sohnes Donald erklärte der Präsident: «Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand.»

Kurz zuvor hatte ein Bericht des britischen «Guardian» in Washington für gewaltiges Aufsehen gesorgt: Bannon wertet ein Treffen von Donald Junior mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als «Verrat, unpatriotisch und üblen Mist».

Trumps ältester Sohn hatte im Juli 2017 unter Druck zugegeben, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Von ihr hatte er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen, die Demokratin Hillary Clinton. Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damaliger Wahlkampfchef Paul Manafort.

Donald Junior hatte auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, geantwortet: «Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es.»

Bannons Äußerungen stammen aus dem Buch «Fire and Fury» von Michael Wolff, das kommende Woche erscheint und auf angeblich 200 Interviews basierend über Trumps Weißes Haus berichtet. Bannon hatte die Machtzentrale im August 2017 verlassen, galt aber seither eigentlich als Trump-nah.

Bannon sei nur ein Angestellter gewesen, erklärte Trump, und habe nichts mit seinem «historischen Sieg» zu tun. Tatsächlich gilt Bannon, der im Sommer 2016 an Bord des Wahlkampfteams kam, aber als ein entscheidender Faktor für Trumps Sieg.

«Jetzt, wo er auf sich alleine gestellt ist, lernt Steve, dass Gewinnen nicht so einfach ist, wie es bei mir aussieht», erklärte Trump.

Bannon wird zu dem Treffen Trump Juniors mit den Worten zitiert: «Die drei ranghohen Herren hielten es für eine gute Idee, in einem Konferenzraum im 25. Stock des Trump Towers eine Vertreterin einer ausländischen Regierung zu treffen - ohne Anwälte. (...) Jemand hätte sofort das FBI rufen sollen.»

Sonderermittler Robert Mueller, der Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland hinsichtlich einer Wahlbeeinflussung untersucht, wird sich laut Bannon ganz auf das Thema Geldwäsche konzentrieren. Muellers Team werde versuchen, Trump über seinen Sohn, Manafort und Kushner zu Leibe zu rücken. «Sie werden Don Jr. im landesweiten Fernsehen knacken wie ein Ei.»

Trump erklärte, viele Vertreter der republikanischen Partei unterstützten seine «Make America Great Again»-Agenda. Wie er würden sie die USA aufbauen statt einfach alles niederbrennen zu wollen. Diese Aussage ist auch mit Blick auf das Kongress-Wahljahr 2018 zu verstehen. Bannon will angeblich in vielen Bundesstaaten populistische, eigene Kandidaten unterstützen.


Das könnte Sie auch interessieren
Streit um Beamte: Die Rolle der Staatsdiener steht auf dem Prüfstand. Foto: Marc Tirl/Illustration

:Lehrer fordern Streikrecht auch für Beamte

Karlsruhe (dpa) Das Bundesverfassungsgericht verhandelt an diesem Mittwoch über das Streikrecht für Beamte. Konkret geht es um Lehrer, die an Warnstreiks teilgenommen haben und dafür von ihrem Dienstherrn bestraft wurden. mehr...

US-Präsident Donald Trump, grüßt das Publikum nach einer Podiumsdiskussion im Eisenhower Executive Office Building in Washington. Foto: Manuel Balce Ceneta

:Leibarzt: Trump auch geistig bei bester Gesundheit

Washington (dpa) US-Präsident Donald Trump erfreut sich nach Angaben seines Leibarztes im Weißen Haus körperlich und geistig allerbester Gesundheit. mehr...

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office im Weißen Haus in Washington. Foto: Evan Vucci

:US-Regierung friert Gelder für UN-Palästinenserhilfswerk ein

Washington/Tel Aviv (dpa) Erst hatte Trump via Twitter gedroht, jetzt macht die US-Regierung ernst: Mittel für das Palästinenserhilfswerk UNRWA werden eingefroren. Die Palästinenser sind entsetzt. mehr...

Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten. Foto: Nicolas Armer

:Bayern erwägt Amtszeitbegrenzung für Ministerpräsidenten

München (dpa) Ist es ein Wahlkampfmanöver, ein Teil einer Imagekampagne oder ein ernsthaftes Anliegen? Söder will, dass Regierungschefs in Bayern künftig maximal zehn Jahre amtieren. Die Opposition fordert nun eine schnelle Verfassungsänderung. Aus der Nummer kommt die CSU kaum mehr raus. mehr...

Die Angeklagten und ihre Anwälte Claudia Bischoff, Thomas Heine, Anke Zimmermann und Philippos Botsaris (v.l) warten in Kleve auf den Prozessbeginn. Foto: Roland Weihrauch

:3167-Euro-Rekordrechnung: Schlüsseldienst-Chefs vor Gericht

Kleve (dpa) Überflüssige Arbeiten, stümperhafte Ausführung, viel zu hohe Rechnung - mit dieser Masche soll ein bundesweit tätiger Schlüsseldienst vom Niederrhein jahrelang seine Kunden abgezockt haben. Jetzt stehen die Geschäftsführer vor Gericht. mehr...

Mediathek

Dreischers Wetter: Stürmisch und ungemütlich

Anzeige
 

Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Service
Michael MacCauley (Liam Neeson) begegnet im Zug der äußerst rätselhaften Joanna (Vera Farmiga). Foto: StudioCanalanhören

Film der Woche:The Commuter

Seit Donnerstag läuft unter anderem der Film "The Commuter". In dem Thriller spielt Liam Nesson einen Versicherungsvertreter, der in eine kriminelle Verschwörung verstrickt wird. mehr...

28. ADAC Supercross Dortmund 2010 (2011-01-06): Pressekonferenz im Vorfeld Veranstaltung 2011: Brock Sellards (#17 Honda-Meyer-Racing-Team). Foto: Jan Bruckeanhören

Endlich Wochenende!:Was ist los in Dortmund?

Supercross in der Westfalenhalle, ein letztes Mal Winterleuchten im Westfalenpark, Comedy, Kabarett und mehr... mehr...

anhören

Food Trends:Das vietnamesische Wundermittel

Hat ein Star-Koch eigentlich auch ein Lieblingsgericht? In dieser Woche hat uns Heiko Antoniewicz in den Food Trends verraten, warum es ihm die vietnamesische Pho Nudelsuppe so angetan hat. mehr...

Tickets
Facebook