Freitag, 20. Januar 2017
11. Januar 2017 um 12:40 Uhr

Wirtschaft : Weltwirtschaftsforum warnt vor Populisten

London (dpa) Die Welt muss 2017 auf fünf Kernprobleme reagieren - so steht es im jährlichen Risiko-Bericht des Weltwirtschaftsforums. Dazu zählen die Experten vor allem politische Spannungen in vielen Gesellschaften. Die Antwort müsse lauten: Noch mehr Zusammenarbeit.
Die Welt ist nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) 2017 zahlreichen Risiken ausgesetzt. Foto: Jean-Christophe Bott

Die Welt ist nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) 2017 zahlreichen Risiken ausgesetzt. Foto: Jean-Christophe Bott

Der Aufstieg von Populisten, wachsende soziale Ungleichheit und zunehmende Gefahren für die Umwelt: Die Welt ist nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) 2017 zahlreichen Risiken ausgesetzt.

Auf die großen Herausforderungen müssten Staatenlenker und Wirtschaftsbosse mit engerer Zusammenarbeit reagieren, heißt es im Welt-Risiko-Bericht, den das WEF in London vorstellte.

«In erster Linie müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, das System weltweiter Kooperation zu schützen und zu stärken», fordern die Autoren. Nur mit gemeinschaftlichem Handeln könnten Not und Unbeständigkeit im kommenden Jahrzehnt verhindert werden. «Das Jahr 2017 ist ein entscheidender Zeitpunkt für die Weltgemeinschaft», schrieb WEF-Gründer Klaus Schwab im Vorwort des Berichts.

Das WEF identifizierte in seiner jährlichen Studie für dieses Jahr fünf Kernprobleme. Dazu zählen gesellschaftliche Spannungen wie eine größere Polarisierung und ein stärkerer Nationalgedanke nach den Wahlerfolgen populistischer Parteien und Politiker. Wichtig seien nun Antworten darauf, wie die Teilhabe der Menschen am Wirtschaftswachstum verbessert werden und wachsender Nationalismus mit einer vielschichtigen Gesellschaft «versöhnt» werden könne.

«Die am meisten beachteten Signale der Zerrissenheit kommen zwar aus westlichen Ländern», hieß es in dem Bericht unter Verweis auf den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und die Brexit-Entscheidung der Briten. «Aber auf der ganzen Welt gibt es Beispiele einer heftigen Gegenbewegung gegen Teile des inländischen und internationalen Status quo.» Konkret verweisen die Experten auf Brasilien, die Philippinen und die Türkei.

Gefährlich für die Welt seien auch die wachsende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit sowie Ängste durch Migration, der Klimawandel und Terroranschläge. Für die Studie wurden etwa 750 Manager und Wirtschaftswissenschaftler befragt.

Das 47. WEF-Jahrestreffen in Davos (17.-20. Januar) steht unter dem Motto «Responsive and Responsible Leadership» («Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung»). Zu dem Gipfeltreffen in dem noblen Schweizer Wintersportort werden etwa 3000 Gäste erwartet, darunter Dutzende Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Top-Manager. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bleibt der Veranstaltung allerdings das zweite Jahr in Folge fern.


Das könnte Sie auch interessieren
Die britische Premierministerin Theresa May spricht auf dem jährlich stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: Laurent Gillieron

:Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos

Davos (dpa) In Davos wirbt Premierministerin May für Großbritannien als Wirtschaftsstandort mit guten Handelsbeziehungen in alle Welt. Doch für ihren Brexit-Kurs gibt es auch Kontra. Bundesfinanzminister Schäuble warnt vor Muskelspielen. mehr...

Der Offshore-Windpark Butendiek etwa 30 Kilometer vor der Insel Sylt in der Nordsee. Foto: Daniel Reinhardt/Symbolbild

:Offshore-Windenergie fühlt sich durch Politik ausgebremst

Berlin (dpa) In Nord- und Ostsee entstehen immer mehr Windparks. Die Branche klagt aber, durch die reduzierten Ausbauziele und die Reform der Ökostrom-Förderung ausgebremst zu werden. mehr...

Vor allem Teilzeitbeschäftigte waren im Jahr 2015 mit ihrer Wochenarbeitszeit nicht zufrieden, wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Foto: Peter Kneffel/Symbolbild

:Millionen Menschen wollen in Deutschland länger arbeiten

Wiesbaden (dpa) 40 Stunden scheint eine weithin akzeptierte Wochenarbeitszeit zu sein. Die Inhaber von Vollzeitjobs wollen wenig an ihrer Arbeitszeit ändern, einige Teilzeitkräfte hingegen kräftig draufsatteln. mehr...

Textildiscounters KiK will die Zahl der Filialen in den nächsten Jahren von derzeit 3439 auf rund 5000 erhöhen. Foto: Marius Becker/Archiv

:KiK will bald auch die USA erobern

Düsseldorf (dpa) Während andere Modehändler ums Überleben kämpfen, setzt der Billiganbieter KiK auf Wachstum. In den nächsten Jahren sollen über 1000 Filialen eröffnet werden. Vor allem in den USA sieht der Discounter fast unbegrenzte Möglichkeiten. mehr...

Der künftige US-Präsident Donald Trump legt am 20. Januar seinen Amtseid ab. Foto: Christopher Levy

:Trumps Amtsantritt bedeutet neue Ära für Weltwirtschaft

Davos/Zürich (dpa) Die Globalisierung ist in die Kritik geraten - der größte Skeptiker ist Donald Trump. Mit seinem Amtsantritt als US-Präsident drehen sich laut Experten die Rädchen der Weltwirtschaft anders. Vor allem Europa habe es künftig schwieriger. mehr...

Mediathek

Dreischers Wetter: Winter oder was? So wird die Woche:

Anzeige
Service
Als Lee (Casey Affleck) vom Tod seines Bruders erfährt, macht er sich auf den Weg in sein Heimatdorf. Foto: Claire Folger/Amazon Studiosanhören

Neu im Kino:Die Filmstarts der Woche

Es gibt einen neuen Film mit dem Affleck. Allerdings nicht mit Ben. Nein, sondern mit seinem Bruder. Das Familiendrama "Manchester by the Sea. mehr...

Neben über 1.000 Schmuckstücken, Uhren oder Sonnenbrillen wurden von der Dortmunder Sonderkommission "Belgrad" auch zahlreiche andere Gegenstände bei den Wohnungseinbrechern sichergestellt.

Über 1000 Schmuckstücke sichergestellt:Besitzer gesucht...

Die Dortmunder Ermittlungskommission "Belgrad" hat weitere Angehörige einer Bande von Wohnungseinbrechern dingfest gemacht. mehr...

Übersicht der Stadt Dortmund: Der rot umrandete Bereich stellt den Sperrbezirk, der blau umrandete das Beobachtungsgebiet dar.

Infos zum neuen Sperrbezirk:Vogelgrippe zurück in Dortmund

Nach dem erneuten Fund einer an Vogelgrippe verendeten Wildente am Hengsteysee sind auch in Teilen Dortmunds wieder Sperrbezirke eingerichtet worden. mehr...

Tickets
Facebook