Freitag, 19. Januar 2018
01. Januar 2018 um 10:00 Uhr

Wirtschaft : Bundesbank: Geldhäuser parken Milliarden in Tresoren

Frankfurt/Main (dpa) Banken und Sparkassen zahlen derzeit drauf, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Wohin also mit dem Geld in Zeiten von Strafzinsen?
Bündel von Euro-Scheinen in einem Tresor. Foto: Bundesbank

Bündel von Euro-Scheinen in einem Tresor. Foto: Bundesbank

Finanzhäuser in Deutschland bunkern nach Angaben der Bundesbank wegen der Strafzinsen weiterhin Milliarden Euro in Tresoren.

«Aktuell werden noch immer knapp über zehn Milliarden Euro von Kreditinstituten als Bargeld gehortet, um Negativzinsen zu entgehen», sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Monaten habe sich der Wert nur geringfügig erhöht. Eine weitere Zunahme sei nicht auszuschließen - allerdings beschränkt durch Tresorkapazitäten.

Thiele hatte im Sommer von zusätzlich zehn Milliarden Euro in den vergangenen zwei Jahren gesprochen. Der Kassenbestand der Geldhäuser war in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Einen Trend zur Aufbewahrung von Bargeld in großem Stil sieht die Branche bei den Instituten allerdings nicht.

Finanzhäuser müssen derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen - im Fachjargon Einlagefazilität - zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Die Notenbank kämpft unter anderem damit gegen niedrige Inflation im gemeinsamen Währungsraum. Strafzinsen, so die Theorie, bringen Banken eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und Unternehmen weiterzureichen. Das kann die Konjunktur und die Inflation ankurbeln.

Die Aufbewahrung von Bargeld im Tresor ist allerdings nicht umsonst. Für die Lagerung im größeren Stil müssen im Zweifelsfall extra Räume gemietet werden. Hinzu kommen Kosten für den Transport des Geldes und für Versicherungsprämien. Die Belastungen variieren je nach Finanzhaus. «Bei größeren Mengen an Bargeld sind die Kosten für Aufbewahrung, Versicherung und Transport bei einigen Kreditinstituten nach unseren Berechnungen bereits ab einer Einlagefazilität von minus 0,25 Prozent niedriger als die anderenfalls entstehenden Zinsaufwendungen», sagte Thiele.

Einen generellen Trend erkennt der Sparkassenverband allerdings nicht. «Wir sehen im Moment keine große Diskussion und keine große Bewegung bei dem Thema», sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR): «In der Praxis ist das nicht im großen Stil zu beobachten.»


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