Freitag, 21. Juli 2017
17. Juli 2017 um 19:10 Uhr von Von Natalie Skrzypczak, dpa

Boulevard : William und Kate in Polen begeistert empfangen

Warschau (dpa) William und Kate wurden zu Beginn ihrer fünftägigen Europa-Reise in Polen herzlich empfangen. In London macht man sich angesichts der Brexit-Querelen Sorgen um den Ruf des Landes - der Besuch von Royals samt Kindern soll Abhilfe bringen.
Prinz William und Herzogin Kate sind in Warschau gelandet. Foto: Dominic Lipinski

Prinz William und Herzogin Kate sind in Warschau gelandet. Foto: Dominic Lipinski

Trotz Regen ist Prinz William und Herzogin Kate der Auftakt ihres Schönwetter-Besuchs gelungen: Sogar die Sonne trat kurz zwischen den Wolken hervor, als das britische Thronfolgerpaar (beide 35) am Warschauer Präsidentenpalast ankam.

Warm war außerdem der herzliche Empfang der Polen, die britische Flaggen schwenkten und dem Prinzenpaar zujubelten. Zahlreiche Menschen waren ins Zentrum der Hauptstadt geströmt. Um einen Blick auf William und Kate zu erhaschen und Fotos zu knipsen, kletterten viele sogar auf Bänke und Pfeiler.

Zwei Tage lang sind die britischen Royals in Polen zu Gast - zunächst in der Hauptstadt, anschließend in Danzig - bevor es bei der zweiten offiziellen Auslandsreise samt Nachwuchs Prinz George (3) und Prinzessin Charlotte (2) am Mittwochmorgen (19.7.) weiter nach Deutschland geht.

Die Kinder waren beim öffentlichen Auftritt des Prinzenpaares zwar nicht dabei. Für Begeisterung sorgten aber Fotos von ihrer Ankunft am Warschauer Flughafen: Prinz George klammerte sich an die Hand von Vater William. Mama Kate - ganz in weiß - hielt Töchterchen Charlotte - im rot gemusterten Blumenkleid - auf dem Arm. Gemeinsam waren die Damen damit auf die polnischen Nationalfarben abgestimmt.

Die Royals seien Großbritanniens beste Botschafter, sagte Jonathan Knott, britischer Botschafter in Warschau, der Agentur PAP. Und ihr Einsatz scheint nach dem Brexit-Referendum äußerst gefragt. Die fünftägige Europa-Reise von William, Kate und den Kindern gilt als Charme-Offensive. Die Familie hoffe, so viele Menschen wie möglich zu treffen, kündigte der Kensington Palast bei Twitter an.

Der Empfang durch Polens Präsident Andrzej Duda war der Auftakt des straffen Programms: es folgte ein Besuch im Museum des Warschauer Aufstandes gegen die Nationalsozialisten. Außerdem standen Gespräche mit Start-ups im Warsaw-Spire-Wolkenkratzer sowie eine Party der britischen Botschaft im Lazienki Park an. Am Dienstag sollte das Paar zum ehemaligen deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig reisen. Anschließend war der Besuch eines Danziger Altstadtfestes geplant, wo William und Kate Anwohner treffen und Spezialitäten wie die Teigtaschen namens Pierogi kosten sollten. Nach dem Polen-Besuch geht es für die Thronfolgerfamilie nach Berlin, Heidelberg und Hamburg weiter.

Dass die Kinder mitkommen, war eine kurzfristige Entscheidung. Denn George und Charlotte gelten als Geheimwaffen der Queen: Der Prinz verzückte vor drei Jahren selbst monarchiemüde Australier und Neuseeländer. In Europa hofft man nach den Brexit-Querelen nun auf einen ähnlichen Effekt, wie es heißt. Die Herzen der Polen haben George und Charlotte zumindest längst erobert. Wie auf Bildern bei Twitter zu sehen war, richteten Mitarbeiter den Belvedere-Palast, in dem die Familie wohnen wird, mit Spielsachen, einem Tipi-Zelt und bunten Rutschen extra für die Kleinen her.

Der Ruf der Briten hat bei den Polen seit dem Brexit-Votum gelitten. Mit fast einer Million bilden sie die größte Gruppe der EU-Ausländer im Vereinigten Königreich. Als Polen 2004 der EU beitrat, reisten sie auf der Suche nach Arbeit ein. Eine strengere Kontrolle über die Einwanderung von EU-Bürgern war eines der Hauptthemen im Wahlkampf vor dem Referendum über den Austritt.

Schon kurz nach dem Votum fanden sich in mehreren britischen Städten rassistische Schmierereien, Polen wurden als «Parasiten» beleidigt, die Zahl der fremdenfeindlichen Übergriffe stieg. Zudem sind viele auf den Inseln lebende Polen verunsichert, ob sie nach dem EU-Austritt werden bleiben können. Denn wie der Brexit im Detail abgewickelt wird, ist noch Gegenstand langwieriger Verhandlungen.

Dennoch betonte Botschafter Knott, seien die Beziehungen beider Länder sehr gut. «Aber wir möchten, dass sie ausgezeichnet werden», fügte er hinzu. Polens Regierende freute indes die große Aufmerksamkeit auf internationaler Arena. Krzysztof Szczerski, Minister in der Präsidentenkanzlei Dudas, freute sich, dass neben Deutschland auch Polen unter den beiden Zielen der Europa-Reise der Royals sei.


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