Donnerstag, 18. Januar 2018
28. Dezember 2017 um 10:30 Uhr von Interview: Jonas-Erik Schmidt, dpa

Boulevard : Götz Alsmann über seine neue Show im WDR

Köln (dpa) Götz Alsmann moderiert eine neue Show, die auf dem Papier verdächtig nach «Zimmer Frei!» klingt - minus Christine Westermann. Ihm gefällt das gar nicht. Ein Gespräch über das Erbe einer Kult-Show, «Fernsehen für Erwachsene» und Schellack.
Götz Alsmann in der Studiokulisse der "Götz Alsmann Show" in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd

Götz Alsmann in der Studiokulisse der "Götz Alsmann Show" in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd

Vor etwas mehr als einem Jahr endete nach 20 Jahren «Zimmer Frei!» im WDR. Die Show hat Götz Alsmann (60) bekannt gemacht. Nun ist er wieder am späten Abend zu sehen.

Am Freitag (WDR, 29. Dezember, 23.30 Uhr) zeigt der WDR die neue «Götz Alsmann Show», ein Mix aus Talk, Musik, Spielchen. Der Vergleich zu «Zimmer Frei!» drängt sich ein wenig auf - minus Christine Westermann (69). Alsmann widerspricht da.

Frage: Herr Alsmann, vor einigen Monaten sagten Sie, zum Jahresende wieder «angreifen» zu wollen. Fühlt es sich jetzt wie ein Angriff an?

Antwort: Es ist ein kleiner Angriff, wir machen zwei Sendungen. Ich habe im Laufe des vergangenen Jahres hin und wieder meine TV-Duftmarken gesetzt, habe zum Beispiel den Jazz-Echo und den deutschen Hörbuchpreis moderiert. Wir beschäftigen uns mit schönen Projekten. Und das ist ein schönes Projekt.

Frage: Die Show heißt einfach «Götz Alsmann Show».

Antwort: Ja. Der Untertitel ist aber: Fernsehen für Erwachsene. Es ist die Show eines Gastgebers, der sich zwei Gäste einlädt, der eine ist ein Musiker, der andere eher nicht. Es ist eine richtige Band da, mit der wir seriöse Musik machen. Wir werden ein bisschen spielen. Aber es ist eigentlich nichts anderes, als eine Talkshow mit etwas Musik, eine Talkshow mit etwas Geselligkeit. Eine kleine Party.

Frage: Für manche dürfte sich das anhören wie «Zimmer Frei!» minus Christine Westermann.

Antwort: Oh nein! Es fühlt sich völlig anders an! Und: Es gibt keine Doppelmoderation. Ich könnte mit Lena Meyer-Landrut auftreten, mit Enie van de Meiklokjes oder meinetwegen mit Dagmar Berghoff - jeder würde sofort sagen: Schau mal, schon wieder «Zimmer Frei!».

Frage: Mit dem Vergleich werden Sie leben müssen.

Antwort: Man kann natürlich sagen: Sobald ich auftauche, einen Gast begrüße und ein bisschen Klavier spiele, ist es genau wie «Zimmer Frei!». Aber nicht jede Sendung der Welt, bei der ein Gast begrüßt und Klavier gespielt wird, ist «Zimmer Frei!». Aber mir ist natürlich bewusst, dass mein Gesicht auf immer damit verbunden bleiben wird.

Frage: Wo liegen denn nun die Unterschiede?

Antwort: Andere Akzente, ein anderes Setting, ein anderes Grundgefühl. Wir haben uns anregen lassen von Shows, die ich sehr liebe. Komische Sendungen für den späten Abend, die Ende der 50er, Anfang der 60er liefen. Als die Gastgeber Gäste in ihrem TV-Penthouse empfangen haben.

Frage: Würden Sie es altmodisches Fernsehen nennen?

Antwort: Lassen Sie uns das nicht altmodisch nennen. Nennen wir es klassisch. Aber ganz ehrlich: Wenn es nach mir ginge, würden meine Platten nur auf Schellack rauskommen und TV-Sendungen grundsätzlich in Schwarz-Weiß ausgestrahlt.

ZUR PERSON: Den ersten Versuch, eine Band zu gründen, unternahm Götz Alsmann (60) mit elf Jahren. Später studierte und promovierte er in Musikwissenschaft. Als Musiker ist er immer noch auf Tour. Mitte der 80er tauchte Alsmann im Fernsehen auf, auch wenn viele seiner Jobs dort heute fast vergessen sind - etwa bei der «Gong-Show» (RTL) oder «Avanti» (Vox). Bekannt wurde er im Duo mit seiner Kollegin Christine Westermann (69) in der WDR-Show «Zimmer Frei!», die von 1996 bis 2016 lief. Alsmann ist zudem der berühmteste Münsteraner neben Prof. Boerne aus dem «Tatort». Seine Familie väterlicherseits lebt in der seit 500 Jahren in der Stadt, wie er betont.


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