Dienstag, 16. Januar 2018
02. Januar 2018 um 15:20 Uhr von Von Oliver von Riegen, dpa

Boulevard : ZDF kann sich Kooperationen mit Netflix vorstellen

Mainz (dpa) Beim Kinderprogramm kooperiert das ZDF schon mit dem Bezahlfernsehen Netflix. ZDF-Intendant Bellut hält eine weitere Zusammenarbeit für möglich. Mit Blick auf den Sparkurs hält er weitere Einsparungen nicht für machbar - sonst gäbe es Einschnitte im Programm.
Der ZDF-Intendant Thomas Bellut in seinem Büro in Mainz. Foto: Thomas Frey

Der ZDF-Intendant Thomas Bellut in seinem Büro in Mainz. Foto: Thomas Frey

Der ZDF-Intendant Thomas Bellut hat sich offen für Kooperationen mit Streaming-Diensten gezeigt. «Wir haben etwa mit Netflix koproduziert beim Kinderprogramm oder die Serie "4Blocks" von TNT Serie für ZDFneo eingekauft», sagte Bellut im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Die Dienste sind vom Angebot und Preis nach seiner Ansicht nicht vergleichbar: «Ein Beitragszahler bekommt alle Angebote der ZDF-Gruppe für 4,36 Euro im Monat. Allein Netflix kostet etwa das Doppelte, zielt vor allem auf die Jüngeren.» Das ZDF mache dagegen ein Angebot für die ganze Gesellschaft. Er betonte: «Wir sind aber grundsätzlich offen für Kooperationen.» Die ARD strahlt im Herbst die Krimiserie «Babylon Berlin» aus, die in Zusammenarbeit mit der Abo-Plattform Sky entstand.

Der ZDF-Intendant wies Forderungen aus den Ländern nach einem schärferen Sparkurs zurück. «Wir haben sehr genau geprüft, was an Sparpotenzial durch interne Umstrukturierungen und Kooperationen mit der ARD möglich ist. Das Jahr 2017 war ein klarer Sprung für eine verbesserte Zusammenarbeit», sagte Bellut. «Weitere Einsparungen sind über die Struktur nicht zu erreichen. Weitergehende Sparmöglichkeiten würden Einschnitte beim Programm bedeuten.» Die Länder hatten den öffentlich-rechtlichen Anstalten Sparziele vorgegeben. Das ZDF will 270 Millionen Euro von 2021 bis 2028 einsparen. Die Länder sehen die Vorschläge von ARD und ZDF allerdings nur als ersten Schritt.

Der neue ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hatte Einschnitte im Programm angekündigt, falls der Rundfunkbeitrag nicht erhöht wird. «Es würden kurzfristig drei Milliarden Euro fehlen, die wir im Wesentlichen im Programm einsparen müssten», sagte der BR-Intendant der Deutschen Presse-Agentur im Dezember 2017. «Jenseits des Programms, also bei Technik und Verwaltung, zu sparen ist schon weitgehend ausgereizt, denn das tun wir seit Jahren.»

Der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio liegt bis 2020 bei 17,50 Euro pro Haushalt im Monat. Ob er danach steigt, ist offen. ZDF-Intendant Bellut betonte: «Wir haben Preissteigerungen über die letzten Jahre gehabt, trotzdem ist der Beitrag seit 2009 stabil, wurde sogar einmal abgesenkt. Bei einem unveränderten Auftrag muss eine adäquate Finanzierung der Anstalten gewährleistet sein.»

Bei Shows zeigt sich Bellut zuversichtlich: «Wir sind aus dem Tal heraus. Wir haben Erfolge wie "Bares für Rares" in der Primetime, Comedy- und Musikformate funktionieren. Auch 2018 haben wir ein breites Unterhaltungsangebot für die Zuschauer - zum Beispiel "Mit 80 Jahren um die Welt", ein neues Factual-Entertainment-Format mit Steven Gätjen», sagte er.


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