Donnerstag, 18. Januar 2018
01. Januar 2018 um 23:30 Uhr von Von Philip Dethlefs und Patrick Reichardt, dpa

Sport : Taylor verpasst 17. WM-Titel - Finalniederlage gegen Cross

London (dpa) Es schien wie ein Märchen, doch der letzte Traum von Darts-Legende Phil Taylor erfüllt sich nicht. Im WM-Finale unterliegt er ohne jede Chance dem deutlich jüngeren Rob Cross. «The Power» tritt als Vize-Weltmeister von der großen Bühne ab.
Vermasselte Phil Taylor den 17. WM-Titel: Der neue Darts-Weltmeister Rob Cross. Foto: Steven Paston

Vermasselte Phil Taylor den 17. WM-Titel: Der neue Darts-Weltmeister Rob Cross. Foto: Steven Paston

Mit Standing Ovations und Sprechchören verabschiedeten die Fans im Alexandra Palace Darts-Legende Phil Taylor. Zum Abschied durfte der 57-jährige Engländer noch einmal den WM-Pokal in die Höhe heben, obwohl er das Finale gegen Rob Cross deutlich mit 2:7 verloren hatte.

«Das war mein Leben über 30 Jahre lang. Ich habe noch einmal alles versucht und das Finale erreicht und bin froh, wie es gelaufen ist», sagte der gerührte Taylor, nachdem er das perfekte Ende einer glorreichen Laufbahn verpasst hatte. «Thank you» schrieb er auf ein Schild und teilte es mit seinen immer weiter singenden Fans. «Er war so, wie ich es vor 25 Jahren war», lobte Taylor seinen siegreichen  Rivalen.

«Ich fühle mich großartig. Das ist meine erste Trophäe», sagte Cross, der in dem Jahr geboren wurde, als Taylor erstmals Weltmeister wurde. «Aber hier geht es auch um Phil. Er ist unglaublich, er ist phänomenal», fügte der neue Weltmeister an.

Überraschend war Taylor, der als gefährlicher Außenseiter in sein letztes Turnier gestartet war, noch einmal ins Finale gekommen, wo er sich allerdings chancenlos einem überragenden Cross geschlagen geben musste. Dieser schlug nach Topfavorit und Titelverteidiger Michael van Gerwen auch den Rekord-Weltmeister. In seinem 21. WM-Finale verlor Taylor zum fünften Mal.

Die Fans verwandelten den Alexandra Palace im Londoner Norden von  Anfang an in eine Phil-Taylor-Fanarena. Sein letzter Walk-On zur Musik von Snap «I've got the power» wurde noch einmal extra inszeniert, alte Taylor-Bilder aus dem vergangenen Jahrtausend wurden auf der Leinwand gezeigt und lautstark bejubelt. Das «Taylor Wonderland», der Standard-Song in den vergangenen knapp 30 Jahren, wurde an diesem  Abend von den knapp 3500 Fans noch einmal besonders häufig geträllert.

Am Darts-Board bestimmte aber sein Gegner, auch «Voltage» genannt, den Ton. Cross ließ sich bei seinem ersten WM-Finale absolut keine Nervosität anmerken und gewann den ersten Satz, als Taylor offenbar noch mit den Emotionen seines letzten Einmarschs beschäftigt war. Auch im zweiten Satz konnte «The Power» die Scoring-Power seines weit jüngeren Rivalen nicht kontern. Cross gelang ein starkes Finish von 167 Punkten für die frühzeitige 2:0-Führung. Als Cross auch den dritten Satz dominierte und nur wenige Minuten später eine 153 zum 3:0 checkte, schien eine Vorentscheidung gefallen.

«No Phil, no party» hieß es auf einem großen Schild in der ausverkauften Arena. Taylor schien es sich zu Herzen zu nehmen und stabilisierte sich nach seinem Fehlstart. Als er seinen ersten Satz gewonnen hatte, grinste er und warf demonstrativ einen weiteren Pfeil mit Wucht in die Scheibe. In der Folge nahm die Darts-Legende gar Kurs auf seinen ersten WM-Neun-Darter: Doch nach acht perfekten Darts fehlte nur ein Millimeter auf die Doppel-12. Cross gewann das Leg und setzte sich dann auf 5:1 ab.

Taylor spielte einen ordentlichen Schnitt, konnte aber in den meisten Legs nicht das Tempo von seinem Landsmann halten. Deutlich häufiger als seinem Rivalen gelangen Cross Aufnahmen von über 140 Punkten, auch auf die Doppelfelder agierte der eigentliche Außenseiter außergewöhnlich stark. Beim Stand von 1:5 feierte Taylor den Gewinn einzelner Legs schon mit einem Schuss Selbstironie - an eine Chance für seinen 17. WM-Titel glaubte er da nicht mehr. 

Der herausragend aufgelegte Cross legte nach und schlug Taylor letztlich in einer Deutlichkeit, wie es sie in einem WM-Finale seit neun Jahren nicht mehr gab. Den letzten Satzgewinn Taylors feierten die Zuschauer wie einen Sieg.


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