Donnerstag, 19. April 2018
16. April 2018 um 20:15 Uhr von Von Holger Schmidt und Martin Moravec, dpa

Sport : Herrlich zu Heynckes' Traum: Zwei Titel sind «auch schön»

Leverkusen (dpa) Die Meisterschaft hat Bayern München schon sicher, nun soll der Einzug in das Pokalfinale folgen. Doch die Aufgabe in Leverkusen wird schwer, die junge Bayer-Elf strotz vor Selbstvertrauen.
Leverkusens Trainer Heiko Herrlich (l) und Bayern-Trainer Jupp Heynckes begrüßen sich vor einem Spiel. Foto: Marius Becker

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich (l) und Bayern-Trainer Jupp Heynckes begrüßen sich vor einem Spiel. Foto: Marius Becker

Die jungen Wilden von Bayer Leverkusen wollen Jupp Heynckes' Triple-Abschied in die Rente verhindern. «Es wäre schade für ihn. Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen», sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich vor dem Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstag.

«Champions League und Meister wäre ja auch ein schöner Erfolg», ergänzte dann Herrlich noch. Leverkusen geht nach zwei 4:1-Siegen gegen die Europacupkandidaten Leipzig und Frankfurt mit breiter Brust in das Duell mit dem Rekord-Cupsieger und den am Saisonende scheidenden Heynckes. Der 72-Jährige hofft wie 2013 auf das Triple zum Abschied. «Wir werden Bayern einen großen Kampf bieten», versprach Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Innenverteidiger Jonathan Tah sagte in der «Süddeutschen Zeitung: «Die Spieler von Bayern München sind auch nur Menschen, genau wie wir, und genau wie wir müssen auch sie ab und zu auf die Toilette gehen. Die Bayern sind nicht unschlagbar. Ich sehe da eine gute Chance für uns.»

Doch auch Heynckes gab sich optimistisch. Er will seinen letzten sieben Pflichtspielen als Trainer unbedingt noch das Pokal-Endspiel am 19. Mai und das Champions-League-Finale eine Woche später hinzufügen, bevor er auf seinen Hof im Schwalmtal am Niederrhein zurückkehrt. Heynckes sieht in seiner aktuellen Mannschaft einen ähnlichen Geist wie beim historischen Dreifach-Triumph vor fünf Jahren: «Ich denke, dass das jetzige Team und der Kader auf einem ähnlichen Weg ist.»

Dass sein Team selbst nach größeren Personalrochaden gegen Augsburg (4:1) oder Mönchengladbach (5:1) «absolut motiviert, fokussiert» sei, das sei «ungemein positiv», bemerkte Heynckes. «Das stimmt mich optimistisch, dass wir unter Umständen Großes erreichen können.»

In der Liga siegten die bereits zum 28. Mal als Meister feststehenden Münchner zweimal mit 3:1 gegen Leverkusen, zuletzt Mitte Januar. Doch nun fühlen sich die Rheinländer besser gewappnet. «Wir haben uns in vielen Punkten weiterentwickelt», betonte Herrlich. «Und in der Liga wäre ein Punkt ein gutes Ergebnis gewesen. Diesmal geht es um Leben und Sterben. Natürlich liegt keiner tot auf dem Platz, aber man stirbt sportlich. Und wir würden gerne noch ein paar Wochen weiterleben und zum Endspiel fahren.»

Seinen Spielern habe er als zusätzliche Motivation von der Erfahrung seiner beiden Pokalsiege als Spieler 1993 mit Bayer und 1995 mit Mönchengladbach erzählt, berichtete der 46-Jährige: «Ein Pokalsieg ist ein bleibender Wert, ein Reichtum, der nix mit materiellen Dingen zu tun hat. Und eine Freude, die immer bleibt.»

Seine junge Mannschaft um Kai Havertz (18), Panagiotis Retsos (19), Leon Bailey (20), Julian Brandt, Benjamin Henrichs (beide 21) und Jonathan Tah (22) - laut Herrlich zuletzt teilweise «eine ältere U19» - ist jedenfalls topmotiviert, Großes zu schaffen. Seit dem Cup-Sieg mit dem Stürmer Herrlich vor 25 Jahren hat der Verein keinen Titel mehr geholt, viele Profis von heute waren damals noch nicht geboren.

Nationaltorhüter Bernd Leno war damals 14 Monate alt, nun wittert auch er eine große Chance. «Die Bayern sind gewarnt», sagte er nach den überzeugenden Liga-Siegen in Leipzig und gegen Frankfurt. «Wir strahlen im Moment großes Selbstvertrauen aus. Wir wissen, dass wir einen Sahnetag brauchen. Aber wir wissen auch, dass in einem Spiel alles möglich ist.» Nationalspieler Brandt erklärte mit Blick auf die Niederlagen in der Liga: «Wir haben aber zweimal beachtliche Leistungen geboten. Ich komme ja aus Bremen, und da sagt man: Dreimal ist Bremer Glück.»

Heynckes, der von 2009 bis 2011 erfolgreich in Leverkusen trainierte, freut sich auf ein Treffen zweier Teams, «die einen sehr gepflegten und attraktiven» Fußball spielen. Das werde daher sicher ein «Leckerbissen für Fußballkonsumenten», freilich aber auch «eine sehr schwierige Aufgabe» - für die er zuletzt zahlreiche Stars in der Liga schonen konnte. «Die sind total fit jetzt gegen Leverkusen und strotzen vor Selbstbewusstsein», erklärte Stürmer Sandro Wagner.


Das könnte Sie auch interessieren
Will auch im Fed-Cup-Halbfinale gegen Tschechien Grund zum Jubel haben: Angelique Kerber. Foto: Kamran Jebreili

:Nach Zäsur im Tennis-Leben: Kerber als Anführerin

Stuttgart (dpa) Nach einem tristen Tennis-Jahr 2017 hat Angelique Kerber einen radikalen Schnitt gewagt und die Trendwende geschafft. Im Fed Cup dürfte die ehemalige Nummer eins bis aufs Äußerste gefordert werden. Die 30-Jährige ist gespannt auf ihren neuen Ratgeber auf der Bank. mehr...

Muss mit dem 1. FC Köln wohl in die 2. Liga: Geißbock Hennes VIII. Foto: Federico Gambarini

:Bundesliga verliert Zugpferde: HSV und Köln vor Abstieg

Hamburg/Köln (dpa) Der 1. FC Köln und der Hamburger SV stehen kurz vorm Abstieg. Die Fans feixen, doch die Fußball-Bundesliga lässt die Traditionsclubs nur ungern ziehen. Das hat viele gute Gründe. mehr...

War nach dem 1:4 im dritten Finalspiel in München nicht zufrieden: Eisbären-Coach Uwe Krupp. Foto: Daniel Karmann

:Eisbären Berlin wollen in DEL-Finale «Reset-Button»

München (dpa) Nach dem dominanten Heimsieg ist Red Bull München auf Meisterkurs in der DEL. Vor Spiel vier der Finalserie in Berlin bemüht sich der Titelverteidiger um Understatement und zitiert dafür sogar eine Kino-Legende. Die Eisbären müssen vor allem eine Sache verbessern. mehr...

Frankfurts Trainer Niko Kovac und Kevin-Prince Boateng jubeln über den Sieg gegen Schalke 04. Foto: Ina Fassbender

:Kovac trifft auf Bayern: Frankfurt im Pokalfinale

Gelsenkirchen (dpa) Die Eintracht hat's geschafft. Frankfurt steht zum zweiten Mal nacheinander im Pokalendspiel. Ein Fußballfest bekommen die Zuschauer auf Schalke nicht zu sehen. Dafür ist es bis zum Schluss spannend. Eine wichtige Schiedsrichterentscheidung ist extrem umstritten. mehr...

Jonathan Matsumoto (r) vom EHC Red Bull München jubelt über das Tor zum 2:0 gegen die Eisbären Berlin. Foto: Peter Kneffel

:München geht in Eishockey-Finalserie in Führung

München (dpa) Red Bull München ist nach dem Fehlstart im Finale der DEL wieder souverän in der Spur. Mit einem Heimsieg gegen Berlin stellte der Titelverteidiger in der Serie auf 2:1. Wenn Berlin sich nicht etwas einfallen lässt, könnte am Sonntag schon alles entschieden sein. mehr...

Mediathek

Dreischers Wetter: So wird die Woche in Dortmund...

Anzeige
Service
Die genaue Vorstellung von einem Schokoriegel macht nicht dick, aber satt.anhören

Food Trends:Frittierte Schokoriegel!?

Mars, Snickers, Bounty - aus der Friteuse...in England der neueste Schrei - hier bei uns noch Recht unbekannt. Unser Radio-Koch Heiko Antoniewicz hat es schon probiert. mehr...

Im Trend - und nicht ganz ungefährlich: Training mit EMS kann sehr effektiv sein. Übertreiben sollten es Sportler aber nicht damit. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmnanhören

Die Danisch:Fitnessmesse FIBO - die Trends im Überblick

Noch nie gab es gefühlt so viele Fitness-Studios, Fitness-Programme und vor allem Menschen, die Sport treiben. 2018 ist DAS Fitnessjahr – alle strampeln, heben, hecheln und stemmen sich einen ab. mehr...

Die Beatles auf dem den Titel eines Ausstellungskataloges mit der Gitarre von George Harrison. Foto: Julien's Auctionsanhören

Veranstaltungstipps:Was ist los am Wochenende?

Das Ereignis des Wochenendes ist natürlich das Spiel der Spiele - das Revierderby. Was sonst noch so los ist, abgesehen vom Fußball, das fassen wir in unseren Veranstaltungstipps zusammen. Es geht unter anderem um die Beatles. mehr...

Tickets
Facebook