Freitag, 19. Januar 2018
09. Dezember 2014 um 21:00 Uhr von Von Heinz Büse, dpa

Fußball : Vieldiskutierte Degradierung: Weidenfeller im Fokus   

Dortmund (dpa) Die kurzfristige Verbannung von Dortmunds Weltmeister Roman Weidenfeller auf die Bank hat viele überrascht - und für kontroverse Diskussionen gesorgt. Dagegen sprach Trainer Jürgen Klopp von einer «ganz normalen Entscheidung».
BVB-Trainer Jürgen Klopp hat offengelassen, ob Roman Weidenfeller beim Spiel in Berlin im Tor stehen wird. Foto: Bernd Thissen

BVB-Trainer Jürgen Klopp hat offengelassen, ob Roman Weidenfeller beim Spiel in Berlin im Tor stehen wird. Foto: Bernd Thissen

Für die einen ist er das größte Opfer der Dortmund-Krise, für die anderen der degradierte Weltmeister. Die Verbannung von Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller auf die Ersatzbank im Bundesliga-Spiel gegen Hoffenheim sorgt noch immer für heftige Debatten.

Der Aufregung um seine überraschende Personalentscheidung kann BVB-Trainer Jürgen Klopp wenig abgewinnen. Auf Fragen der Journalisten zum Thema reagiert der BVB-Coach zunehmend genervt: «Wie euch das beschäftigt, tut mir richtiggehend leid. Das ist kein Drama, sondern eine ganz normale Entscheidung.»

Nach zuvor zehn Bundesliga-Spielen mit nur einem Sieg und dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz ergriff der Fußball-Lehrer besondere Maßnahmen. In Weidenfeller, Erik Durm, Kevin Großkreutz und Matthias Ginter fehlten gegen Hoffenheim gleich vier Weltmeister in der Startformation. Doch für die lebhafteste Diskussion sorgte der Schritt, den langjährigen Stammkeeper durch Mitch Langerak zu ersetzen. Klopp sprach von einer «reinen Bauchentscheidung für nur ein Spiel: Ich wollte die Frische, das Lächeln von Mitch im Tor stehen haben.»

Auch im Champions-League-Spiel gegen RSC Anderlecht gab er dem 26-jährigen Australier den Vorzug. Es sei ohnehin geplant gewesen, «Mitch das Spiel zu geben», sagte Klopp dem TV-Sender Sky vor dem Anpfiff. Er versicherte aber: «Ich habe mit beiden Torhütern gesprochen.» Weidenfeller habe die Nachricht so hingenommen, «wie das ein Spieler eben macht, der nicht nominiert wird».

Aus rein fachlicher Sicht war die Torwart-Rochade nachvollziehbar. Weidenfeller spielt bisher allenfalls eine durchwachsene Saison. Er patzte beim 1:2 in Köln und trug auch beim 0:2 in Frankfurt eine Mitschuld am letzten Treffer. «Das war eine rein sportliche Entscheidung vom Trainer, die ich natürlich akzeptieren werde», kommentierte der 34 Jahre alte Torhüter zum Wochenbeginn bei «Sport Bild Plus».

Für weniger Verständnis von Weidenfeller dürfte jedoch die Vorgehensweise von Klopp gesorgt habe. Denn der Coach informierte den 34 Jahre alten Routinier nicht in einem persönlichen Gespräch über seine Degradierung, sondern erst in der Mannschaftssitzung vor der Partie. Klopp machte darum wenig Aufhebens: «Eine Entscheidung, die getroffen ist zu erklären, dafür haben wir keine Zeit. Diese Phase steht für: alles wird dem Mannschafterfolg untergeordnet.»

Vor dem Champions-League-Abend herrschte Funkstille zwischen Trainer und Torhüter: «Wenn der Spieler zu mir kommt, ist immer ein Gespräch möglich. Das hat er nicht eingefordert, dementsprechend hat keines stattgefunden», verriet der BVB-Coach und fügte an: «Hätte ich eine Entscheidung bis Juni getroffen, dass Mitch die Nummer 1 ist, dann hätte ich natürlich mit Roman Weidenfeller gesprochen. Diese Entscheidung habe ich aber nicht getroffen.»

Klopp ließ vorerst offen, wer beim nächsten Spiel der Borussia in Berlin das Tor hütet. Auch Mittelfeldstratege Sebastian Kehl würdigte Weidenfeller zwar als «super verdienten Spieler», wollte aber keine Prognosen über dessen Zukunft abgeben. Offenbar befindet sich Klopp noch immer in der Entscheidungsphase: «Ich vertraue Roman Weidenfeller zu 100 Prozent - aber Mitch eben auch. Das ist alles.»


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