Donnerstag, 17. August 2017
11. August 2017 um 12:30 Uhr von Von Wolfgang Marx, dpa

Musik-News : Kesha startet einen Neuanfang

Berlin (dpa) Fünf Jahre mussten die Fans auf ein neues Album von Kesha warten, die eine schwere Zeit hinter sich hat und die wohl auch noch nicht vorbei ist. Jetzt aber kann sie sich erst einmal wieder auf die Musik fokussieren.
Kesha hat den Kopf wieder frei für Musik. Foto: Olivia Bee/Sony Music

Kesha hat den Kopf wieder frei für Musik. Foto: Olivia Bee/Sony Music

Kesha («TiK ToK») hat dunkle Zeiten hinter sich. Der lange und bitterböse Rechtsstreit mit ihrem Ex-Produzenten entpuppte sich für die Pop-Sängerin als Alptraum - und die Karriere lag brach.

Irgendwie hat sie es einigermaßen durchgestanden. Dabei ist die Popsängerin, die bisher mehr als 13 Millionen Alben verkaufte, sehr sensibel ist. So sei das Internet kein guter Ort für sie, sagte sie dem «Guardian» vor einiger Zeit. Vor allem die Kommentare in sozialen Medien zu ihrer Person seien gefährlich für sie. «Es kann eine Million positive Kommentare geben, aber ich sehe immer nur den einen negativen.» Die Kritik habe sie innerlich zerrissen, meint sie.

Jetzt aber geht es für Kesha, die das Dollarzeichen inzwischen aus ihrem Namen entfernt hat, wieder mehr um die Musik. «Rainbow» hat sie ihr neues - sehr persönliches - Album genannt. Der bunte Regenbogen als Symbol der Hoffnung.

Dafür hat sie sich die Unterstützung vieler prominenter Kollegen gesichert, die in ihrer musikalischen Ausrichtung unterschiedlicher nicht sein könnten. Country-Queen Dolly Parton ist ebenso an Bord wie die Rockband Eagles of Death Metal. Ben Folds hat den Titelsong produziert und Keshas Mutter war am Songwriting mit beteiligt. So verschieden die Kollaborationen, so verschieden sind auch die neuen Songs geworden. Bunt wie der Regenbogen eben.

Und die Fans haben nur auf neue Songs gewartet. Der Clip zu der äußerst schmerzvollen Piano-Ballade «Praying» - ein Reflex auf die finstere Zeit, durch die sie gegangen ist - ist auf YouTube millionenfach angeklickt worden. Einen «psychedelischen Trip in ihr Leben» hat sie das Video und den Song genannt - man kann es auf das ganze Album ausdehnen.

Von einem Alptraum singt sie in ihrer gnadenlosen Abrechnung, aber auch davon, dass sie jetzt stärker geworden sei. Und dennoch: Sie betet für die Menschen, die sie am meisten verletzt haben.

Von Stärke handelt auch der Song «Woman», in dem die Bläsersektion der Dap-Kings den Ton angibt. Als Reflex auf Donald Trumps frauenfeindlichen Sprüche will die überzeugte Feministin den Song verstanden wissen («I'm A Motherfucker»). Die Mädchen sitzen jetzt im Cadillac vorne und die Jungs hinten. Wild getrommelt wird in dem eingängigen Popsong «Learn To Let Go», in dem Kesha ihr Lächeln wiederfindet.

Allein die ersten drei ausgekoppleten Singles zeigen, wohin die Reise geht. Biographisches mischt sich mit politischem Engagement - Rock, Pop und Balladen bilden das musikalische Grundfundament. Mit einem beeindruckend ehrlichen Album, das viel Raum für Entdeckungen lässt, meldet sich Kesha stark zurück.


Das könnte Sie auch interessieren
Im Kommunikationsmuseum in Frankfurt am Main dreht sich alles um die Popmusik. Foto: Boris Roessler

:100 Jahre Popmusik im Museum für Kommunikation

Frankfurt (dpa) Es gibt Lieder, die wecken Erinnerungen, Gerüche und Bilder - an den ersten Kuss, modische Verirrungen und Sommerferien. Die Ausstellung «Oh Yeah!» in Frankfurt ist ein musikalischer Trip in die Vergangenheit. mehr...

Der Hotelier und Pächter Thomas Dröscher (r) im «Elvis-Zimmer». Foto: Frank Rumpenhorst

:Schlafen wie der King: Elvis-Herberge öffnet wieder

Bad Nauheim (dpa) Musik-Idol Elvis Presley logiert Ende der 50er Jahre für einige Wochen in einer schmucken Pension in Bad Nauheim. Daraus ist nun ein frisch saniertes Hotel geworden. Das legendäre Zimmer Nummer 10 gibt es noch - und ermöglicht Fans eine Zeitreise. mehr...

Der US-amerikanische Country-Sänger und -Songwriter Willie Nelson musste ein Konzert krankheitsbedingt abbrechen. Foto: Rolando Otero

:Willie Nelson bricht Konzert ab

Salt Lake City (dpa) Der Musiker hatte ein Konzert in Salt Lake City vorzeitig beenden müssen. Nach eigenen Angaben hatte er unter der Höhenkrankheit zu leiden. mehr...

Elvis Presley in jungen Jahren. Foto: UPI

:Vor 40 Jahren starb Elvis Presley

Memphis (dpa) Der «King of Rock'n'Roll» wurde nur 42 Jahre alt - aber sein Mythos lebt bis heute. Zehntausende Fans wollen seiner in den kommenden Wochen gedenken. mehr...

Zehntausende Fans elektronischer Musik feiern am Bleilochstausee wieder eine riesige Open-Air-Party. Foto: Michael Reichel

:Zehntausende tanzen bei Techno-Festival «SonneMondSterne»

Saalburg-Ebersdorf (dpa) Bis Sonntag werden rund 150 Künstler auf acht Bühnen und einem Partyschiff zu sehen sein. Etwa 35 000 gut gelaunte Techno-Fans tanzen und feiern, trotz eher scheußlichen Wetters. mehr...

Mediathek

Dreischers Wetter: Kein Hochsommer in Sicht

Anzeige
Service
Christian Tramitz (l) und Rick Kavanian in einer Szene aus "Bullyparade - Der Film". Foto: Warner Bros. Ent./herbX filmanhören

Neustarts der Woche:Ablachen und Tigermilch trinken

Die Bullyparade ist zurück - und diesmal sogar auf der großen Leinwand. Und alle sind wieder mit dabei Christin Tramitz, Rick Kavanian und natürlich Michael "Bully" Herbig. Aber es gibt noch weitere Neustarts. mehr...

anhören

Ein ideales Ausflugsziel:Tipp: die Glörtalsperre

In den Ferien jetzt einfach nur zu Hause abhängen ist ja auch irgendwie kein Urlaub. Da fallen einem tausend Sachen ein, die man erledigen könnte. Und mit ganz viel Pech wird man auch noch von der Arbeit verfolgt. mehr...

Der dunkle Turm. Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) hat im Kampf gegen den «Mann in Schwarz» alle Hände voll zu tun. Foto: 2017 Sony Pictures Releasing GmbHanhören

Film der Woche:Der dunkle Turm

In dieser Woche ist die Verfilmung eines Stephen King-Bestsellers gestartet. Allerdings besteht „Der dunkle Turm“ aus acht Romanen. Ob da von der Buchreihe noch was übrig bleibt? mehr...

Tickets
Facebook