Samstag, 24. Februar 2018
10. Februar 2018 um 11:50 Uhr von Von Christina Horsten, dpa

Musik-News : Der New Yorker Madison Square Garden wird 50

New York (dpa) Was haben Elvis Presley, der Papst und Muhammad Ali gemeinsam? Sie alle standen im New Yorker Madison Square Garden auf der Bühne. Jetzt wird die wohl berühmteste Mehrzweckhalle der Welt 50 Jahre alt - aber ihre Zukunft ist umstritten.
Der Madison Square Garden thront über der Penn Station im Westen Manhattans, als wäre er schon immer dagewesen. Dabei ist die Mehrzweckhalle mit der runden Betonfassade schon die vierte Version. Foto: Christina Horsten

Der Madison Square Garden thront über der Penn Station im Westen Manhattans, als wäre er schon immer dagewesen. Dabei ist die Mehrzweckhalle mit der runden Betonfassade schon die vierte Version. Foto: Christina Horsten

Der Madison Square Garden thront über der Penn Station im Westen Manhattans, als wäre er schon immer dagewesen. Dabei ist die Mehrzweckhalle mit der runden Betonfassade schon die vierte Version.

1879 eröffnete die erste weiter östlich in Manhattan am Madison Square Park, daher der Name. 10 000 Menschen kamen dort hauptsächlich zu Zirkus-Vorstellungen zusammen. Aber weil das Gebäude kein Dach hatte und daher bei schlechtem Wetter keine Veranstaltungen stattfinden konnten, wurde es 1890 abgerissen. Eine weitere Halle am gleichen Standort und dann eine dritte folgten, bis am Sonntag (11. Februar) vor genau 50 Jahren der vierte und heute weltbekannte Madison Square Garden eröffnet wurde.

Die US-Entertainer Bing Crosby und Bob Hope, beide inzwischen gestorben, weihten die Halle damals mit einer Benefiz-Veranstaltung für eine Wohltätigkeitsorganisation der US-Armee ein. Ihnen folgte ein wohl weltweit einzigartiger Auflauf von Prominenten, Politikern und Stars: Unter anderem Elvis Presley, die Rolling Stones, Frank Sinatra, Madonna, Elton John, Stevie Wonder, Bruce Springsteen, Katy Perry, Taylor Swift und alle vier Beatles-Mitglieder (wenn auch nie gemeinsam) sind im Madison Square Garden aufgetreten. Den Rekord hält Sänger Billy Joel, der im Sommer sein 100. Konzert im vom Magazin «Rolling Stone» zur «coolsten Arena der USA» erhobenen «Garden» geben will.

Aber die Halle, die unter anderem wegen ihrer konkaven Decke von Musikern immer wieder für ihre Akustik gelobt wird, ist nicht nur ein Ort für Konzerte. Für die Basketball-Männer der New York Knicks, die Basketball-Frauen der New York Liberty und das Eishockey-Team der New York Rangers ist der «MSG» schlicht Heimstadion. Hinter den Kulissen bedeutet das eine große Herausforderung, denn verschiedene Veranstaltungen finden oft an einem Tag statt. Die Eisfläche der Rangers wird deshalb während der Saison mit Isolationsmaterial verkleidet unter dem Basketballplatz oder der Konzertbühne intakt gehalten, damit schnell wieder umgebaut werden kann.

Hunde-Schönheitswettbewerbe und Tenniswettkämpfe finden ebenfalls immer wieder im «MSG» statt. Auch geboxt wurde schon, 1971 sogar im «Fight of the Century» zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier. Marilyn Monroe sang 1962 dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy das berühmt gewordene Geburtstagsständchen an dieser Stelle, und zweimal schon schaute ein Papst zur Messe vorbei: 1979 Johannes Paul II. und 2015 Franziskus.

Aber so unumstritten beeindruckend der Madison Square Garden von innen ist, so umstritten war er von Anfang an von außen. Für den Bau wurde die ursprüngliche Pennsylvania Station abgerissen, lichtdurchflutete Bahnhofshallen mit Kuppeln und eine Außenfassade mit hohen Säulen, nach den Worten von Architekturhistoriker Anthony Robins das «wahrscheinlich schönste öffentliche Gebäude, das New York je hatte». Der betriebsame Umsteigebahnhof wurde in den Untergrund, unter den «MSG» verlegt. «Einst kam man wie ein Gott in New York an», kommentierte Vincent Scully, Architekturhistoriker der Yale Universität. «Heute krabbelt man herein wie eine Ratte.»

Immer wieder wird in New York seitdem über eine neue Penn Station diskutiert - und damit auch über einen neuen Madison Square Garden. New Yorks Governeur Andrew Cuomo hat einen Plan für einen «Weltklasse-Transportort des 21. Jahrhunderts» vorgelegt, nachdem der Madison Square Garden bleiben, aber zu einer Art Glas-Pavillon umgebaut werden würde. Viele lehnen das ab, wie «New York Times»-Architekturkritiker Michael Kimmelman. «Die richtig große Idee hat Cuomo übergangen: Den Madison Square Garden zu verlegen.» 

Entschieden ist noch nichts, aber ein Architektur-Büro aus Brooklyn steuerte der Diskussion unterdessen noch eine ganz andere Idee bei: Ein Vergnügungs-Fahrgeschäft, den mit 365 Meter höchsten Freifallturm der Welt «The Halo», direkt über dem Madison Square Garden.


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