
Angriffe in Gastronomie am Alten Markt: Dortmunder Wirte schreiben Brandbrief
Mitarbeitende werden bespuckt und Drogen direkt an den Tischen konsumiert: Die Gastronomen am Alten Markt in Dortmund haben wegen unhaltbarer Zustände einen Brandbrief an die Stadtspitze verfasst.
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.06.2026 15:43
Unhaltbare Zustände am Alten Markt in Dortmund
Die Lage für die Gastronomiebetriebe am Alten Markt in Dortmund hat sich in der letzten Zeit zugespitzt. Die Betreiber berichten in einem aktuellen Brandbrief von Mittwochnachmittag (10.06.) über tägliche Belästigungen und Übergriffe durch wohnungslose und suchtkranke Menschen. Mitarbeitende werden nach Angaben der Wirte regelmäßig bespuckt oder mit Gegenständen beworfen, während Gäste beim Essen massiv gestört werden. Besonders problematisch sei der offene Drogenkonsum, der laut den Schilderungen teilweise direkt an den Tischen der Außenbereiche stattfindet. Sogar Vorfälle von nackten Personen im Brunnen gehören laut den Betroffenen mittlerweile zum Alltag am zentralen Platz in der City. Diese Zustände seien für das Personal und die Kundschaft nicht mehr tragbar und gefährdeten den wirtschaftlichen Betrieb vor Ort.
Politische Reaktionen auf die Sicherheitslage in der City
Die Dortmunder Politik hat auf den Hilferuf der Gastronomen reagiert und sucht nach schnellen Lösungen für den Alten Markt. Die Fraktion Grüne-Volt bezeichnete die aktuelle Situation in einer Mitteilung als nicht akzeptabel für alle Beteiligten in der Innenstadt.
„Wenn Menschen aggressiv betteln, offen Drogen konsumieren, Gäste belästigen oder Mitarbeitende bedrohen, beeinträchtigt das die Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsgefühl erheblich.“ - Fraktion Grüne-Volt
Man unterstütze, dass der kommunale Ordnungsdienst regelmäßig auch in zivil kontrolliere, um schnelle Ansprachen durchzuführen.
Das Züricher Modell als Lösung für Dortmund
Ein zentraler Baustein für die Zukunft am Alten Markt könnte das sogenannte Züricher Modell sein. Dieses Konzept sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeit, Prävention und ordnungsrechtlichen Maßnahmen vor, um Konflikte im öffentlichen Raum nachhaltig zu lösen. Ein wichtiger Teil davon ist die Prüfung einer Sozialambulanz, die aktiv auf suchtkranke Menschen zugeht und Krisenintervention direkt vor Ort anbietet. In Zürich gibt es dieses System der Sicherheit, Intervention und Prävention bereits seit vielen Jahren mit einer sehr hohen Zustimmung aus der Bevölkerung. Das spreche für den Erfolg dieses Modells und eine Übertragung nach Dortmund, so die Fraktion. Der Rat hat das Modell bereits beschlossen.