Anzeige
Ausgrabungen Westfalenhalle Straflager
© Radio 91.2
Michael Luther, Archäologe und Leiter der Unteren Denkmalbehörde
Teilen: mail

Diskussion um Ausgrabungen an der Westfalenhalle

Wie geht es weiter bei den Ausgrabungen an der Westfalenhalle in Dortmund? Während der Bauarbeiten wurden Überreste eines Straflagers aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, die jetzt für Diskussionen in der Politik sorgen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 17.06.2026 12:59

Anzeige

Dortmunder Ratsfraktion fordert Baustopp an der Westfalenhalle

Anzeige

Bei den Bauarbeiten zur Erweiterung der Westfalenhallen in Dortmund sind Überreste eines ehemaligen Gefangenen- und Straflagers aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs entdeckt worden. Der Fund sorgt nun für politische Diskussionen und Forderungen nach einem Baustopp. Die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt fordert, dass die historischen Überreste dauerhaft erhalten bleiben und nicht durch die laufenden Bauarbeiten zerstört werden. Nach Angaben der Fraktion sollen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 Gefangene das Lager durchlaufen haben. Viele von ihnen wurden anschließend unter anderem in der Schwerindustrie zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die Grünen und Volt verlangen deshalb, dass die Stadt Dortmund und die Westfalenhallen ihre Baupläne anpassen. Ziel sei es, die Funde zu sichern und an dem Ort ein würdiges Gedenken an die Opfer zu ermöglichen.

Anzeige
Ausgrabungen Westfalenhalle Straflager
© Radio 91.2
Funde bei Ausgrabungen an der Westfalenhalle
Anzeige

Aufsichtsrat der Dortmunder Westfalenhalle will Lösung suchen

Anzeige

Inzwischen hat sich auch der Aufsichtsrat der Westfalenhallen zu den Entdeckungen geäußert. Demnach soll gemeinsam mit allen beteiligten Stellen nach einer Lösung gesucht werden. Dazu zählen unter anderem die Denkmalschutzbehörde, Architekten sowie der Generalplaner des Bauprojekts. Der Aufsichtsrat betont, dass die historischen Funde angemessen gewürdigt werden und die Erinnerungskultur einen wichtigen Platz erhalten müsse. Gleichzeitig müsse aber auch darauf geachtet werden, dass die laufende Erweiterung der Westfalenhallen nicht verzögert werde und dem Unternehmen keine Nachteile entstünden. Wie genau mit den Überresten des ehemaligen Lagers umgegangen wird, ist derzeit noch offen.

Anzeige
Anzeige

Riesiges Investitionsprojekt: 215 Millionen Euro für Erweiterung der Westfalenhalle in Dortmund

Anzeige

Die Erweiterung der Westfalenhallen gilt als die größte Investition in ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte. Die Stadt Dortmund hat geplant, rund 215 Millionen Euro in den Neubau von zwei Messehallen und eines modernen Kongresszentrums an der Strobelallee zu investieren. Angedacht sind die neuen Hallen 9 und 10, wobei Halle 9 mit 10.000 Quadratmetern die größte Messehalle des Geländes werden soll. Das neue Kongresszentrum soll künftig auch internationale Veranstaltungen nach Dortmund holen. Die Fertigstellung des gesamten Komplexes war für das Jahr 2030 vorgesehen.

Anzeige
Diskussion um Ausgrabungen an der Westfalenhalle
© Westfalenhallen Unternehmensgruppe
Anzeige
Anzeige
Anzeige