
Dortmund sagt "Ja" zu Olympia
Die Dortmunderinnen und Dortmunder haben heute mehrheitlich für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele in der Region Rhein/Ruhr gestimmt.
Veröffentlicht: Sonntag, 19.04.2026 16:50
DOlympiJAAAAA: Dortmund stimmt für Bewerbung der Region Rhein/Ruhr
Mehr als vier Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen hatten heute die Chance über eine mögliche Olympia-Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr zu entschieden, davon 440.000 Dortmunderinnen und Dortmunder. Bei uns in Dortmund ist das Ergebnis eindeutig. Insgesamt 68,27% haben für die Bewerbung gestimmt, 31,73% dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,69%.
Neben der einfachen Mehrheit muss aber auch ein gesetzliches Quorum erreicht werden. Das bedeutet, in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen mindestens 10 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja stimmen. Dortmund hat das Quorum von 44015 Stimmen erreicht.
Olympische Fußball- und Handballwettbewerbe in Dortmund
Insgesamt 17 Städte an Rhein und Ruhr bewerben sich gemeinsam um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele für das Jahr 2036, 2040 oder 2044. Dann wäre auch Dortmund ein Austragungsort. Hier bei uns könnten dann die Fußball- und Handballwettbewerbe der Olympischen Spiele ausgetragen werden.
Pro Olympia: Chancen für Infrastruktur und Image in NRW
Befürworter sehen in Olympia eine große Chance für Nordrhein-Westfalen. Ein zentrales Argument: Fast alle Sportstätten sind bereits vorhanden, Neubauten wären nur in Ausnahmefällen nötig. Einzig ein Leichtathletikstadion im geplanten Kölner Stadtteil Kreuzfeld müsste neu gebaut werden - allerdings nur vorübergehend. Nach den Spielen soll das Gelände zu einem Park mit sozialen Einrichtungen umgestaltet werden. Zudem könnten Investitionen in Verkehr, Digitalisierung und Stadtentwicklung langfristig Vorteile bringen. Auch der internationale Ruf der Region würde profitieren - ebenso wie Tourismus, Gastronomie und Arbeitsmarkt.
Contra Olympia: Kosten und Risiken im Fokus
Kritiker warnen vor finanziellen Risiken. Erfahrungen aus anderen Austragungsorten zeigen, dass die tatsächlichen Kosten häufig deutlich höher ausfallen als geplant. Im Raum stehen derzeit rund 4,8 Milliarden Euro – ohne Garantie, dass dieses Geld wieder eingenommen wird.
Hinzu kommen Sorgen über steigende Mieten, zusätzliche Verkehrsbelastung und Eingriffe in die Umwelt. Auch Zweifel an Transparenz und Entscheidungsprozessen rund um das Internationale Olympische Komitee werden geäußert.
Finale Entscheidung für internationalen Wettbewerb im September
Neben NRW bewerben sich noch Berlin, Hamburg und München. Am 26. September wird dann entschieden, mit welchem der vier Bewerber für Deutschland in den internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele eingestiegen wird. Dabei fällt auf: Berlin hat keine offizielle Bürgerbefragung durchgeführt. In Hamburg steht sie noch aus – und der Ausgang gilt laut Umfragen als völlig offen.