
Dortmund: Streit um neue Mindestpreise für Taxi- und Uber-Fahrten
In Dortmund werden Taxi und Uber bald teurer. Die Stadt führt ab September Mindestpreise für die Fahrdienste ein. Welche Folgen diese Entscheidung hat, lest ihr hier.
Veröffentlicht: Freitag, 12.06.2026 10:42
Höhere Preise im Dortmunder Stadtgebiet
Ab September (01.09.) müsst ihr euch in Dortmund auf höhere Kosten einstellen, wenn ihr einen Mietwagen über Apps wie Uber oder ein klassisches Taxi bestellt. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, einheitliche Mindestpreise einzuführen, um das lokale Taxigewerbe vor der günstigeren Konkurrenz zu schützen. Durch diese Preisuntergrenze soll der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern fairer gestaltet werden. Für Dortmunder und Dortmunderinnen bedeutet das, dass Schnäppchenpreise bei Mietwagen-Diensten in der Zukunft wohl nicht mehr möglich sind. Die Stadt möchte so sicherstellen, dass die traditionellen Taxiunternehmen im Dortmunder Stadtgebiet weiterhin wirtschaftlich arbeiten können.
Verband warnt vor teurere Preise für Fahrgäste
Gegen diese Pläne regt sich Widerstand vom Bundesverband „wirfahren“, der die Interessen der app-basierten Fahrdienste vertritt. In einer Stellungnahme bezeichnet der Verband die neuen Regelungen als staatlich verordnete Zwangspreise, die den Wettbewerb künstlich einschränken würden. Die Verantwortlichen des Verbands befürchten zudem, dass flexible Mobilität in Dortmund dadurch zu einem teuren Luxusgut wird. Laut der Mitteilung des Verbands lehnt die Branche diese Mindestpreise ausdrücklich ab und kündigt mögliche Demonstrationen im Stadtgebiet an. Der Verband fordert stattdessen, dass Taxis die Freiheit erhalten sollten, ihre Tarife in nachfrageschwachen Zeiten flexibler nach unten anzupassen.
„Wettbewerb macht man nicht fair, indem man Preise künstlich nach oben treibt. Statt Taxis flexiblere, günstigere Tarife zu ermöglichen, verordnet die Stadt eine Preisspirale für Taxis und Mietwagen, die allen schadet.“ - Thomas Mohnke, Co-Vorsitzender des Bundesverbandes wirfahren
Rechtlicher Streit um Tarife in der Region nicht nur in Dortmund
Die rechtliche Grundlage für die Dortmunder Entscheidung steht unterdessen auf wackeligen Beinen, da es bereits ähnliche Fälle in der Region gab. Der Bundesverband verweist in seiner Kritik auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, das vergleichbare Mindestpreise in der Stadt Essen bereits gekippt hat. Auch der Bundesgerichtshof hat in aktuellen Entscheidungen darauf hingewiesen, dass rein wirtschaftliche Interessen des Taxigewerbes keine Beschränkung der Niederlassungsfreiheit für Mietwagen rechtfertigen dürfen.