Anzeige
Dortmund: Warum neue DSW21-Bahnen keine Klimaanlagen haben
© Daniel Wirtz/DSW21
Symbolbild
Teilen: mail

Dortmund: Warum neue DSW21-Bahnen keine Klimaanlagen haben

Dortmunds neue Stadtbahnen sorgen wegen fehlender Klimaanlagen für Diskussionen. DSW21 begründet die Entscheidung jetzt und will Nachbesserungen prüfen.

Veröffentlicht:

Anzeige

DSW21 erklärt Verzicht auf Klimaanlagen in Dortmunder Stadtbahnen

Anzeige

Die neuen Stadtbahnen von DSW21 in Dortmund stehen bundesweit im Fokus, weil sie ohne Klimaanlagen unterwegs sind. Nach Angaben des Unternehmens ist diese Entscheidung bereits 2014 im Zuge des B-Wagen-Projekts gefallen. DSW21 teilt mit, dass Klimaanlagen für die betroffenen Fahrzeuge nach damaliger Berechnung rund 70 Millionen Euro Mehrkosten verursacht hätten. Nach Darstellung des Unternehmens hätte das dazu geführt, dass weniger neue Bahnen hätten beschafft werden können. Das hätte auch Auswirkungen auf die Einhaltung der Fahrpläne haben können. Das Thema werde momentan aufgebauscht, sagen die Stadtwerke. Sie verweisen darauf, dass bereits alle 190 eigenen Busse, die 50 Busse von Fremdunternehmen sowie 47 Niederflurbahnen auf den Linien U43 und U44 mit Klimaanlagen ausgestattet seien. Damit seien nach Unternehmensangaben etwa ein Drittel aller Stadtbahnen und alle Busse klimatisiert. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte stehen laut DSW21 die B-Wagen. Das Projekt umfasst nach Angaben des Unternehmens 34 neue Fahrzeuge sowie die Modernisierung von 64 Bestandsfahrzeugen. 26 neue Fahrzeuge sind bereits im Linienbetrieb im Einsatz.

Anzeige

Dortmund: Welche Technik die Bahnen haben

Anzeige

Nach Angaben von DSW21 erhalten die betroffenen Bahnen moderne Lüftungsanlagen mit Deckenberieselung, wärmegedämmtes Spezialglas und zusätzliche Dämmung. Die Fahrzeuge seien bei der Planung so konzipiert worden, dass mehr Aufstellflächen für Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Fahrrädern zur Verfügung stehen. In der Stellungnahme heißt es weiter, eine Klimaanlage könne die Innentemperatur im Vergleich zur Außentemperatur nur begrenzt senken, unter anderem weil sich die Türen im laufenden Betrieb häufig öffnen.

„Bei Witterungsbedingungen über 35 Grad und mehr stößt jedes System an seine Leistungsgrenzen. Bei einer Klimaanlage gehen wir davon aus, dass sie die Innentemperatur im Vergleich zur Außentemperatur nur um 3 Grad senken kann.“ – DSW21 auf Radio 91.2-Nachfrage

Eine Klimaanlage bringe ihren größten Komfortgewinn nur an einigen wenigen, sehr heißen Tagen im Jahr. DSW21 verweist zudem darauf, dass viele Fahrten im Nahverkehr vergleichsweise kurz seien und oft nur 10 bis 15 Minuten dauerten. Bereits 2022 hatte Radio 91.2 über neue Stadtbahnwagen berichtet, bei denen DSW21 unter anderem mit einer besonderen Dämmung argumentierte.

Anzeige

Dortmund: Welche Maßnahmen noch geprüft werden

Anzeige

DSW21 prüft nach eigenen Angaben derzeit weitere mögliche Anpassungen. Dazu zählen demnach veränderte Einstellungen der Lüftungsanlagen, Folien an den Fenstern und ein angepasstes Abstellkonzept, damit Fahrzeuge in Standzeiten besser abkühlen können. Für künftige Fahrzeugbeschaffungen verweist das Unternehmen auf die Niederflurbahnen, die bereits über Klimaanlagen verfügen. Nach Angaben von DSW21 werden diese Fahrzeuge sehr wahrscheinlich auch künftig wieder mit Klimaanlage ausgeschrieben. Parallel läuft in Dortmund der Ausbau und die Modernisierung der Stadtbahnflotte weiter. Radio 91.2 berichtete im April 2026 über einen weiteren neu gelieferten Stadtbahnwagen, im Juli 2026 zudem über die Fortsetzung des 300-Millionen-Euro-Projekts zur Modernisierung älterer Wagen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige