
Dortmunder Gymnasium kämpft gegen Hitze-Regelung
Hitzefrei ist jetzt auch für die Oberstufe in NRW möglich – Distanzunterricht bei hohen Temperaturen bleibt jedoch verboten. Am Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasium sorgt das für Kritik bei Schülern und Eltern, die stattdessen auf digitale Lösungen setzen wollen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 25.06.2026 08:20
Digitale Lösung am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Dortmund gestoppt
Die Diskussion um den Umgang mit den hohen Temperaturen an Schulen sorgt in Dortmund für Unmut. Seit gestern ist offiziell erlaubt, auch Schülerinnen und Schülern der Oberstufe hitzefrei zu geben. Distanzunterricht als Alternative ist jedoch weiterhin nicht vorgesehen. Genau das sorgt am Käthe-Kollwitz-Gymnasium Dortmund für Kritik. Dort durften die Oberstufenschüler am Montag wegen der Hitze zunächst zuhause bleiben und wurden digital unterrichtet. Die zuständige Bezirksregierung untersagte dieses Vorgehen jedoch. Stattdessen bleibt bei großer Hitze nur die Möglichkeit von Hitzefrei oder verkürzten Unterrichtszeiten. Als Anhaltspunkt für Hitzefrei gilt in Nordrhein-Westfalen eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius.
Eltern und Schüler aus Dortmund fordern moderne Lösungen
Bei Eltern und Schülern stößt die Entscheidung auf wenig Verständnis. Die Schulpflegschaftsvorsitzende Tanja Langer sagt: „Wir möchten das wirklich nicht so hinnehmen.“ Viele Schülerinnen und Schüler würden sich fragen, warum die vorhandenen digitalen Möglichkeiten nicht genutzt werden dürfen. Die Schule sei technisch bestens ausgestattet, betont Langer. Aus ihrer Sicht wäre der digitale Unterricht „in der heutigen Zeit eigentlich eher fortschrittlich“, schließlich würden auch viele Unternehmen bei hohen Belastungen auf Homeoffice setzen. Stattdessen säßen die Jugendlichen nun teilweise in der Schule oder warteten auf das Unterrichtsende und „verlieren einfach wertvolle Unterrichtszeit“.
Schulministerium sieht Hitze nicht als Extremwetterlage
Hintergrund ist die aktuelle Regelung des Schulministeriums. Zwar ist Distanzunterricht bei sogenannten Extremwetterereignissen grundsätzlich möglich. Dazu zählen beispielsweise starke Schneefälle, Eisglätte, Sturmereignisse oder Hochwasserlagen, wenn der Schulweg oder der Schulbetrieb erheblich beeinträchtigt sind. Hitze fällt nach der aktuellen Auslegung jedoch nicht darunter. Die Bezirksregierung verweist deshalb auf die Vorgaben aus Düsseldorf. Schüler und Eltern am Käthe-Kollwitz-Gymnasium halten dagegen, dass Unterricht bei „Saunatemperaturen“ im Klassenraum kaum effektiv sei. Gleichzeitig sehen sie häufigen Unterrichtsausfall durch Hitzefrei gerade für Oberstufenschüler kritisch, die sich auf Prüfungen vorbereiten. Mit einem offenen Brief wollen sie nun erreichen, dass das Schulministerium die Regelung noch einmal überdenkt.