
Dortmunder Lebensretter ertrinkt auf Mallorca
Seit dem 24. April ist für Britta Wrede aus Westerfilde nichts mehr wie es war. An dem Tag ist ihr Mann Ralf auf Mallorca ertrunken: beim Versuch, anderen das Leben zu retten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.05.2026 07:32
Mann aus Dortmund ertrinkt bei Rettungsversuch auf Mallorca
Es ist noch keine zwei Wochen her, da ist ein 63-jähriger Dortmunder auf Mallorca ertrunken, als er drei Menschen aus dem Wasser retten wollte. Zwei Kinder und ihre Mutter waren beim Baden in Not geraten. Sie konnten sich mit Ralfs Hilfe auf Felsen retten, während er von der starken Unterströmung mitgerissen wurde. Britta hatte noch versucht, ihren Mann zurückzuhalten, erzählt sie im Radio 91.2-Interview.
"Er hat mir die Hand gegeben, ich hab ihm gesagt, Ralf, wir haben selber eine Tochter und ich brauche auch deine Hilfe. Er hat gesagt, Britta, ich bin Taucher, ich bin stark und ich lasse kein Kind ertrinken und ist losgerannt. Und da hab ich gewusst, dass ich meinen Mann nicht lebend wiederbekomme."
Als Hobbytaucher kannte ihr Mann Ralf die Gefahren des Meeres eigentlich, sagt Britta.
"Man ertrinkt bei diesen Wellen im Stehen. Der Sand wird unter den Füßen weggezogen, von oben kommt eine Welle. Man schafft die erste, man schafft die zweite Welle. die dritte schluckt man, veratmet sich und wird immer weiter raus gezogen. Ohne Rettungsschwimmer hat man keine Chance."
Britta aus Dortmund fordert Rettungsschwimmer bereits ab April
Britta Wrede sucht jetzt bewusst die Öffentlichkeit, um andere vor den Gefahren des Meeres zu warnen. Außerdem möchte sie erreichen, dass die Strände auf Mallorca künftig auch außerhalb der Hauptsaison besser bewacht werden. An der Cala Mendia, wo das Unglück passiert ist, waren im April noch keine Life Guards.
"Die Life Guards auf Mallorca kämpfen schon viele viele Jahre vergebens darum, dass sie ab Anfang April jede einzelne Bucht und jeden Strand bewachen dürfen. Aber natürlich auch dafür adäquat bezahlt werden. Und das ist aber nicht der Fall."


