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Alice Schwarzer
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Alice Schwarzer hat in der Geschichte ihres feministischen Magazins «Emma» - hier beim 25-jährigen Jubiläum - viele Kampagnen angestoßen. (Archivbild)
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«Emmas» größte Kontroversen und Kampagnen

Generationen vor #MeToo gründete Alice Schwarzer «Emma». In den 50 Jahren ihres Bestehens hat die Zeitschrift Tabus gebrochen und feministische Anliegen in der Breite der Gesellschaft verankert.

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Feministisches Magazin

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Köln (dpa) - Als die heute 83 Jahre alte Alice Schwarzer 1977 die Zeitschrift «Emma» gründete, war Feminismus noch ein Kampfbegriff. Die Bewegung für die Selbstbestimmung von Frauen wurde mit einem Angriff auf Ehe und Familie gleichgesetzt. Sexistische Äußerungen waren Jahrzehnte vor #MeToo noch an der Tagesordnung, wer dagegen aufbegehrte, galt als «Emanze» oder hatte «Haare auf den Zähnen». In dieser gesellschaftlichen Atmosphäre begann «Emma» ihre Arbeit. Bald beeinflusste das Magazin nicht nur seine direkte Leserschaft, sondern strahlte auf die ganze Gesellschaft aus. 

Dossier zu sexuellem Kindesmissbrauch schon 1978

Zurecht nimmt «Emma» für sich in Anspruch, als eines der ersten Medien in Deutschland den sexuellen Missbrauch von Kindern angeprangert zu haben. Es ist heute kaum vorstellbar, doch lange standen diese Verbrechen nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Teilweise wurde die sogenannte «Kinderliebe» sogar mehr oder weniger offen propagiert. 1978 brachte «Emma» ein Dossier mit dem Titel «Das Verbrechen, über das niemand spricht». Das Erstaunliche: Die Veröffentlichung zog zunächst keinerlei Reaktionen nach sich. «Kein Leserinnenbrief, kein Anruf», erinnert sich Schwarzer. «Es war einfach der Zeitgeist.» «Emma» ließ sich davon aber nicht entmutigen, sondern publizierte immer wieder neue Texte dazu.

«PorNO!» - die Kampagne gegen Pornografie

1988 veröffentlichte «Emma» unter dem Titel «PorNO!» einen Entwurf für ein Anti-Porno-Gesetz. Das Magazin verstand Pornografie als Ausdruck eines Machtverhältnisses, in dem Frauen erniedrigt wurden. Das Gesetz sollte es Frauen ermöglichen, gegen solche Darstellungen zu klagen. Zwar wurde es nicht realisiert, doch das Thema fand breite Beachtung. In den vergangenen 20 Jahren stieß Schwarzers ablehnende Haltung gegenüber Pornografie jedoch gerade auch auf den Widerspruch junger Feministinnen: Sie argumentieren, dass Pornografie in Ordnung sei, wenn sie von Frauen selbstbestimmt und ohne Zwang produziert und konsumiert werde. 

Islamismus als wiederkehrendes Thema

Schon 1979 hatte «Emma» bei der Machtübernahme von Ajatollah Chomeini im Iran erstmals über Islamisten berichtet. 1993 folgte das Dossier «Mitten unter uns» über die Agitation islamischer Fanatiker in Deutschland. Seitdem prangerte das Magazin immer wieder patriarchalische und frauenfeindliche Praktiken und Einstellungen im Islam an. Diese müssten genauso klar benannt und bekämpft werden wie in anderen Bereichen der Gesellschaft, so der Standpunkt der Redaktion. Islamwissenschaftler bewerteten die Darstellungen mitunter als zu undifferenziert und pauschalisierend. Auch als Schwarzer die Täter der «Kölner Silvesternacht» als «fanatisierte Anhänger des Scharia-Islam» beschrieb, häuften sich Gegenstimmen - die sexuellen Übergriffe auf Frauen hätten wenig mit islamischer Ideologie zu tun gehabt, hieß es.

Initiative für Präventionsprogramme gegen Brustkrebs 

In ihrer Autobiografie schildert Schwarzer, wie sie 1996 im Zug von einem Arzt erkannt und angesprochen wurde: «Die Brustkrebs-Forschung in Deutschland ist ein einziger Skandal», sagte er demnach. «Es gibt quasi keine Prävention und nur stark veraltete Behandlungsmethoden. Die Frauen sterben wie die Fliegen.» Daraufhin startete «Emma» eine Kampagne zur Früherkennung und besseren Behandlung von Brustkrebs und trug so mit dazu bei, dass 2005 ein flächendeckendes Mammografie-Screening initiiert wurde.

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Redaktionssitzung von «Emma»
© picture alliance / Henning Kaiser/dpa
Die Redaktion von «Emma» umfasste nur ein halbes Dutzend Frauen - und Alice Schwarzer war immer die Chefin. (Archivbild)
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