
Gen-Z-Demo in Dortmund: Polizei zieht positive Bilanz
Rund 700 Jugendliche haben am Samstag auf dem Friedensplatz demonstriert. Die Polizei zieht eine positive Bilanz, nach dem Ende gab es aber zwei Einsätze.
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Bis zu 700 Jugendliche auf dem Dortmunder Friedensplatz
Die befürchteten Ausschreitungen sind in der Dortmunder Innenstadt ausgeblieben. Bis zu 700 Jugendliche haben am Samstag (31.10.26) auf dem Friedensplatz demonstriert, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Eine offizielle Anmeldung für die Versammlung hatte zunächst nicht vorgelegen. Ein 20-Jähriger aus Lünen meldete sich nach Angaben der Behörde dann aus eigener Veranlassung vor Ort bei den Einsatzkräften als Versammlungsleiter, sodass gegen 14.30 Uhr unter dem Motto „GenZ steht auf“ eine Versammlung stattfinden konnte.
Zu dem bundesweiten Protesttag aufgerufen hatte die Initiative „Gen Z regelt“. Auf deren Internetseite hatten für Dortmund mehr als 5.000 Menschen ihre Teilnahme angekündigt, gekommen waren am Ende deutlich weniger. In den Reden auf dem Friedensplatz ging es um ein kaputtes Schulsystem, eine ungerechte Lastenverteilung und die Wehrpflicht. Gegen 16 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Kundgebung.
Polizei Dortmund ermittelt nach Böllern und Angriff
Nach dem offiziellen Ende der Versammlung kam es im Umfeld des Friedensplatzes noch zu zwei Einsätzen. Eine Gruppe Jugendlicher zündete nach Polizeiangaben insgesamt drei pyrotechnische Gegenstände am Ausgang des Platzes sowie im Zugangsbereich zur Wißstraße und flüchtete anschließend. Die Einsatzkräfte hielten sie in unmittelbarer Nähe an, fanden bei der Durchsuchung weitere Böller und leiteten noch vor Ort ein Ermittlungsverfahren ein. Danach wurden die Jugendlichen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.
Kurze Zeit später wurde ein Duo oberhalb des Parkhauses am Friedensplatz von einer Gruppe angegriffen. Die beiden Jugendlichen aus Ennigerloh sind 14 und 15 Jahre alt, der Jüngere erlitt eine Kopfverletzung, der Ältere eine Handverletzung. Beide kamen zur ambulanten Behandlung in ein örtliches Krankenhaus. Die Angreifer flohen, auch in diesem Fall läuft ein Ermittlungsverfahren.
Krawalle in Köln und Frankfurt
In anderen Städten verlief der Samstag deutlich unruhiger. In Köln und Frankfurt am Main eskalierte die Lage am Abend nach dem Ende der angemeldeten Demonstrationen, es kam zu Angriffen auf Polizisten sowie zu geplünderten und beschädigten Geschäften. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte, die Proteste seien von Extremisten und gewaltbereiten Gruppen junger Männer gekapert worden, die die Lage gezielt eskaliert hätten.
Die Initiative „Gen Z regelt“ distanzierte sich im Anschluss von jeder Form der Gewalt und betonte, diese sei niemals Teil ihrer Bewegung gewesen. In Dortmund blieb es bei den beiden Einsätzen im Umfeld der Versammlung, die Kundgebung selbst hatte die Polizei als friedlich und störungsfrei bewertet.

