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Kritik Karnevalsumzug Rosenmontag Deutsche Bühne Karnevalsverein Sinti&Roma
© Jessy Pohler Walter
Karnevalswagen des Karnevalvereins "Deutsche Bühne 1878" (Aus Gründen der Reproduktion ist der kritisierte Begriff zensiert)
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Karneval-Skandal in Dortmund

Beim Dortmunder Rosenmontagsumzug ist ein Wagen mit kontroverser Aufschrift durch die Straßen gefahren. Ein Video dazu zieht auf Social Media weite Kreise. 

Veröffentlicht: Mittwoch, 18.02.2026 05:15

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Dortmunder Influencerin kritisiert Karnevalswagen am Rosenmontag

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Auf einem Karnevalswagen beim Dortmunder Rosenmontag hieß es - ZITAT - "Früher Z*******schnitzel mit Stolz - heute veganer Paprikaklops aus Bohnenrotz". Ein Video auf Instagram mit mittlerweile (Stand 18.2. 06.30 Uhr) 472.000 Aufrufen kritisiert den Wagen zutiefst. Die Dortmunder Influencerin, die das Video veröffentlicht hat, Jessy Pohler Walter, sieht aber noch mehr Menschen in der Pflicht: 

"Was ich mir wünschen würde, ist, dass wenn so etwas passiert, direkt reagiert wird. Denn ich glaube auch unser Oberbürgermeister hat alle Wägen am Montag gesehen und denen auch freudig zugewunken."


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Stadt Dortmund weist Verantwortung für Karnevalswagen zurück

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Auf Anfrage von Radio 91.2 weist die Stadt Dortmund die Verantwortung von sich. Sie sei nur für die Organisation von Straßensperrungen und die Verkehrsüberwachung zuständig und habe keinen Einfluss auf die Gestaltung der Wagen.

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Sinti&Roma Verein aus Dortmund enttäuscht von der Aktion

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Der Verein der Sinti&Roma Romano Than übt ebenfalls scharfe Kritik an der Aufschrift. Er sei rassistisch und mache die Community traurig. Roxanna-Lorraine Witt vom Dachverband erklärt im Radio 91.2-Interview, dass es sich aus Sicht der Sinti&Roma nicht um einen harmlosen Spruch handele: 

"Menschen anzugreifen und das auch noch mit einer Begrifflichkeit, die schon in der NS-Zeit genutzt wurde, um uns systematisch zu entmenschlichen und diese Entmenschlichung, die dann auch letztendlich zum Genozid geführt hat, damit fortzuführen. Dafür ist der Karneval aus unserer Sicht nicht gedacht."

Auch Sinti&Roma-Familien würden Karneval feiern, heißt es:

"Gerade Kinder und Jugendliche, für die ist das ein besonderer Feiertag. Sie besuchen die öffentlichen Umzüge. Allein schon deshalb sollte es für jeden verantwortungsbewussten Bürger oder Bürgerin ein Muss sein, diese Räume möglichst gewalt- und diskriminierungsfrei zu gestalten."


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Karnevalsverein rudert zurück und bittet um Entschuldigung

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Der zuständige Karnevalsverein, die Deutsche Bühne, rudert mittlerweile zurück. In einer Stellungnahme an Radio 91.2 bittet der Vorstand ausdrücklich um Entschuldigung. Man habe niemanden diskriminieren wollen, sondern auf die EU-Politik aufmerksam machen, die sich lieber mit der Umbenennung von Speisen beschäftige, statt mit wichtigeren Problemen. 

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