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Schülerinnen und Schüler sitzen im Plenarsaal des Landtags
© José Narciandi
Schülerinnen und Schüler haben im NRW-Landtag ihre Vorstellungen von der Schule der Zukunft präsentiert
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Schüler bringen ihre Ideen in den Landtag

Wie lässt sich Demokratie ganz konkret im Schulalltag leben? Beim Projekt „Your Vision Schule NRW“ haben Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen im Landtag präsentiert – und zeigen, wie Mitbestimmung Schule verändern kann.

Veröffentlicht: Montag, 09.02.2026 12:43

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NRW-Schulministerin Feller will Vorschläge prüfen und umsetzen

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Die nordrhein-westfälische Schulministerin, Dorothee Feller betont im Interview mit uns, wie wichtig, ihr die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler sind

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José NarciandiInterview mit NRW-Schulministerin Feller
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Wie Schülerinnen und Schüler Schule und Demokratie neu denken

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Wie muss eine Schule aussehen, in der sich alle wirklich wohlfühlen? Welche Themen sollten über den klassischen Unterricht hinaus behandelt werden? Und wie kann Demokratie an Schulen gestärkt werden? Mit diesen Fragen haben sich in den vergangenen zwei Jahren Schülerinnen und Schüler aus über 140 Schulen in Nordrhein-Westfalen beschäftigt.

Beim Projekt „Your Vision Schule NRW“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) präsentierten nun rund 120 Kinder und Jugendliche ihre Ergebnisse im NRW-Landtag – an einem Ort, der sonst den Abgeordneten vorbehalten ist. Für einen Tag wurden die Schülerinnen und Schüler dort selbst zu Impulsgebern für Bildungspolitik.

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Logo von Your Vision auf Sitzwürfeln
© José Narciandi
Unter dem Motto "Your Vision" haben Schülerinnen und Schüler Ideen für die Schule der Zukunft erarbeitet.
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„Nicht nur Erwachsene sollen entscheiden“

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Für viele Teilnehmende ist klar: Sie wollen ernsthaft beteiligt werden. Der 12-jährige Silas bringt das auf den Punkt:

„Ich finde es gut, dass die Kinder gefragt werden und nicht die Erwachsenen alles entscheiden. Denn die eigene Schulzeit ist ja schon etwas länger her.“

Die Jugendlichen verstehen sich als Expertinnen und Experten ihres eigenen Schulalltags. Ihre Perspektiven, so die Grundidee des Projekts, sollen nicht nur angehört, sondern in konkrete Schulentwicklung einbezogen werden.

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Konkrete Kritik und klare Wünsche

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Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler bleiben dabei nicht abstrakt. Finja aus der 12. Klasse schildert sehr konkrete Erfahrungen aus ihrem Schulalltag:

„Wir haben Solarbänke bekommen. Für 15.000 Euro. Die werden aber nicht genutzt. Dafür fehlen uns Spielmöglichkeiten. Uns fehlt eine vernünftige Mensa-Ausstattung. Das Essen schmeckt da nicht. Da fragt man sich: Wofür wird das Geld wirklich genutzt?“

Solche Rückmeldungen zeigen, dass es den Jugendlichen nicht nur um Visionen geht, sondern auch um Prioritäten, Transparenz und sinnvolle Investitionen.

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Mehr Lebenspraxis statt nur Theorie

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Ein zentrales Thema ist außerdem die Frage nach lebensnahen Unterrichtsinhalten. Silas formuliert auch hier einen klaren Wunsch:

„Zum Beispiel, wie man Steuern berechnet. Weil: Ich würde mich gerne auch aufs spätere Leben vorbereiten. Und so was wie eine Gedichtsanalyse in Deutsch hilft mir dabei nicht wirklich.“

Viele Jugendliche wünschen sich Unterricht, der stärker auf Alltagskompetenzen vorbereitet – etwa in Finanzbildung, Organisation oder gesellschaftlicher Teilhabe.

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Ministern Feller mit Schülern
© José Narciandi
NRW-Schulministerin Feller hört sich die Vorschläge von Schülerinnen und Schülern an
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Das Konzept hinter „Your Vision“

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„Your Vision Schule NRW“ ist ein Beteiligungsprogramm von Schulministerium und DKJS. Ziel ist es, demokratische Mitwirkung an Schulen systematisch zu fördern.

Das Konzept umfasst mehrere Schritte:

  • Beteiligung vor Ort: Schulen sammeln Meinungen, Ideen und Kritik ihrer Schülerinnen und Schüler – etwa über Workshops, Umfragen oder Projektgruppen.
  • Erkundung und Umsetzung: Jugendliche analysieren ihre Schule, entwickeln Verbesserungsvorschläge und setzen erste Projekte selbst um.
  • Dialog mit Politik: Bei Veranstaltungen wie im Landtag kommen sie direkt mit Entscheidungsträgern ins Gespräch.
  • Transferphase: Die gesammelten Erkenntnisse werden gebündelt, um Impulse für Schul- und Bildungspolitik zu geben.

Die Themen reichen von Podcasts und Schülervertretungssatzungen über die Verbesserung von Toiletten bis hin zu neuen Lernräumen oder Spendenaktionen. Gleichzeitig sprechen Jugendliche offen über Leistungsdruck, Stress, Mobbing und Diskriminierung.

Ein Beispiel für gelungene Mitgestaltung ist das Marie-Curie-Gymnasium in Neuss. Dort haben Schülerinnen und Schüler „Lernateliers“ mit Möbeln, Pflanzen und klaren Nutzungsregeln eingerichtet. Außerdem gibt es gemeinsames Kochen, Finanzthemen im Unterricht und „Inseln der Ruhe“ im Schulalltag.

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Politik verspricht ernsthafte Prüfung

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NRW-Schulministerin Dorothee Feller betont die Bedeutung der Schülerstimmen:

„Die Expertinnen und Experten in der Schule sind die Schülerinnen und Schüler. Dafür ist Schule da. Und deswegen müssen wir hinhören, welche Vorstellung sie von Schule haben. Und diese Vorschläge, die hier erarbeitet werden, die nehmen wir sehr ernst, die werden wir alle prüfen. Und die Kinder kriegen auch eine Rückmeldung darüber, was wir umsetzen können.“

Demokratie, so die Botschaft der Veranstaltung, soll nicht nur im Politikunterricht stattfinden, sondern im täglichen Miteinander erlebt werden.

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Beteiligte Schulen (Auswahl laut Veranstaltungsangaben)

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GHS Zeppelinschule, Plettenberg

Esther-Bejarano-Gesamtschule, Freudenberg

Haranni-Gymnasium, Herne

Max-Planck-Gymnasium, Dortmund

Fürstin-Pauline-Schule, Detmold

Marianne-Weber-Gymnasium, Lemgo

Rudolph-Brandes-Gymnasium, Bad Salzuflen

Marie-Curie-Gymnasium, Neuss

Schule am Eller Forst, Düsseldorf

Jan-Joest-Gymnasium, Kalkar

KHS St. Benedikt, Düsseldorf

Julius-Stursberg-Gymnasium, Neukirchen-Vluyn

Gesamtschule Norf, Neuss

Theo-Hespers-Gesamtschule, Mönchengladbach

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Ratingen

Schule Am Steeler Tor, Essen

Humboldt-Gymnasium, Düsseldorf

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Oberhausen

Bischöfliche St. Angela-Schule, Düren

Cornelius-Burgh-Gymnasium, Erkelenz

Gesamtschule Kürten, Kürten

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Bonn

Anne-Frank-Gymnasium, Aachen

Kaplan-Kellermann-Realschule, Euskirchen

Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule, Köln

Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, Bonn

Realschule Wettringen, Wettringen

Maximilian-Kolbe-Gesamtschule, Saerbeck

Erich-Kästner-Schule, Oelde

Gesamtschule Münster Mitte, Münster

Willy-Brandt-Gesamtschule, Bottrop

Johannes-Kepler-Gymnasium, Ibbenbüren


Autor: José Narciandi

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