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Ukraine-Krieg - Putin beginnt Gespräche mit US-Unterhändlern
© Kristina Solovyova/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Witkoff: Gespräche im Ukraine-Krieg finden nächste Woche statt. (Archivbild)
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USA: Nächste Woche Verhandlungen mit Ukraine und Russland

Ein Kriegsende ist auch nach fast fünf Jahren nicht in Sicht. Nun wollen die USA, Russland und die Ukraine erneut in einem Dreierformat verhandeln. Die tödlichen Angriffe gehen derweil weiter.

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Ringen um Kriegsende

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Kiew/Washington (dpa) - Trotz tödlicher Angriffe und gegenseitiger Cyberattacken könnte es im zähen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bald wieder etwas Bewegung geben. Vertreter aus Kiew, Moskau und Washington sollen sich kommende Woche für zweitägige Verhandlungen in Abu Dhabi treffen, wie der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X mitteilte. 

«Die Gespräche werden sich um Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Hilfsmaßnahmen und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Frieden drehen», erklärte Witkoff. Die Verhandlungen auf Arbeitsebene sollen nächste Woche Dienstag und Mittwoch in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate stattfinden. In dem Format hatte es zuletzt im Februar in Genf Verhandlungen gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi. 

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass eine russische Delegation teilnehme. Das Moskauer Team leitet demnach wie schon bei früheren Gesprächen Ex-Kulturminister Wladimir Medinski.

Vor dem neuen Treffen sollen US-Gesandte diese Woche in Brüssel mit Vertretern europäischer Staaten, der Nato und der EU zusammenkommen. Dabei soll es Witkoff zufolge um die Themen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, Europas Sicherheitsordnung nach dem Krieg sowie um den Wiederaufbau gehen.

Nato-Sprecherin Allison Hart bestätigte, dass sich Nato-Vertreter diese Woche in Brüssel mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA träfen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Mindestens 26 Tote bei Luftangriff nahe Saporischschja

Die gegenseitigen Angriffe dauerten unterdessen weiter an. Russland beschoss in der Nacht zum Dienstag die Ukraine massiv mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ihrerseits griff die Ukraine in der Nacht das russische Hinterland mit großen Drohnenschwärmen an.

Nach einem russischen Luftangriff am Montag auf das ukrainische Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja am Montag stieg die Zahl der Todesopfer auf 29. Dieser «absolut schreckliche Angriff» sei bei der Ausgabe von humanitärer Hilfe in einer Schule geschehen, hieß es von Selenskyj. Es werde in den Trümmern nach weiteren Opfern gesucht, mindestens fünf Personen seien verletzt worden. Laut örtlichen Behörden galten 48 Menschen noch als vermisst. 

Selenskyj erhob den Vorwurf eines gezielten Bombardements. «Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitäre Hilfe erhalten.» Selenskyj sprach von einem «hinterhältigen Terroranschlag». 

Komyschuwacha befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und ist gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Luftangriffe. 

Selenskyj: Hacken russischer Warn-App war Gegenangriff

Das Hacken des russischen Warnsystems vor Luftangriffen war nach Angaben Selenskyjs ein ukrainischer Gegenangriff mit gleicher Münze. «Wir reagieren nur auf ihre Angriffe», sagte Selenskyj dem US-Sender PBS. «Sie haben unser System angegriffen. Das war ein Cyberangriff», sagte er. Natürlich habe sich die Ukraine dagegen gewehrt. Die Warn-Apps der beiden Kriegsparteien informieren ihre Bürger unter anderem über drohende Luftangriffe. Russland greife mit Cyberattacken immer wieder Ziele an, um der Zivilbevölkerung zu schaden, sagte Selenskyj weiter. 

Am späten Sonntagabend war zunächst die ukrainische App «Air Alert» gehackt worden, woraufhin die Bürger unter anderem gefälschte Warnungen vor angeblichen Atomangriffen auf ihre Smartphones bekamen. Wenige Stunden später wurde am frühen Montagmorgen die App des russischen Zivilschutzes gehackt und versandte ebenfalls falsche Warnmeldungen. 

2.800 Soldaten aus elf Ländern bei Ukraine-Übung in Polen

In Polen werden ab Montag rund 2.800 Soldaten aus elf Ländern am ersten Militärmanöver der «Koalition der Willigen» zur Unterstützung der Ukraine teilnehmen. Dabei solle getestet werden, wie nach dem Ende des Kriegs ein dauerhafter Frieden gesichert werden könne, teilte das britische Verteidigungsministerium in der Nacht mit. Großbritannien werde dafür rund 300 Militärangehörige und mehrere Kampfjets entsenden. 

Großbritannien und Frankreich leiten die Übung, die bis zum 22. November laufen soll. Das Manöver der Ukraine-Verbündeten war bereits zuvor angekündigt worden, zunächst aber ohne genauere Details wie die Zahl der beteiligten Truppen. Die Bundeswehr wird sich nach vorigen Angaben mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik beteiligen. 

Putin zeigte sich nach Gespräch mit Witkoff bereit für Treffen

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich im Oktober nach einem Gespräch mit Witkoff über ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandlungsbereit gezeigt. «Wir haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder aufzunehmen», sagte Putin mit Blick auf frühere Gespräche. 

Andeutungen aus dem Kreml hatten jüngst bereits nahegelegt, dass sich die Delegationen der drei Länder Mitte November in Abu Dhabi zu einer Fortsetzung ihrer Gespräche treffen würden. 

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen den Angreifer Russland.

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© dpa-infocom, dpa:261103-930-934313/4
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Russischer Bomber Tupolew Tu-95MS
© Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/dpa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit einem unmittelbar bevorstehenden erneuten Großangriff Russlands. Bei solchen Angriffen setzt Russland oft auch strategische Bomber ein. (Archivbild)
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Cyberangriff
© Nicolas Armer/dpa
Die Ukraine reklamiert die Cyberattacke auf die Warn-App des russischen Zivilschutzes für sich. (Symbolbild)
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