
Ärzte und Verbände in Dortmund schlagen Alarm wegen unterkühlter Obdachloser
In Dortmund sind seit November drei Menschen an Unterkühlungen gestorben. Ärzte und Verbände in Dortmund schlagen Alarm.
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.01.2026 08:08
Streetworker in Dortmund kritisieren Stadt wegen weniger Notschlafplätze
Streetworker bei uns in Dortmund weisen auf die dramatische Situation für wohnungslose Menschen bei uns in Dortmund hin. Laut dem Straßenmagazin für Obdachlose BODO leben mehrere hundert Menschen auf der Straße, die Dunkelziffer sei groß. Durch die aktuelle Kälte bestehe für sie akute Lebensgefahr, seit November sind in Dortmund bereits drei Obdachlose gestorben. Streetworkerin Leonie Furgol von der Diakonie sagt, dass es zu wenig Notschlafplätze gibt. Die Übernachtungsstellen für Männer an der Unionstraße und für Frauen an der Nortkirchenstraße seien überfüllt - die Ausweichmöglichkeiten zu weit draußen, unter anderem an der Mergelteichstraße. Die Stadt Dortmund weist darauf hin, dass es eine ausreichende Anzahl von Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnungslose bei uns in Dortmund gibt.
Ärzte in Dortmund verhindern noch mehr Tote durch Unterkühlung
Auch die Ärzte in Dortmund schlagen Alarm. Denn in den Dortmunder Krankenhäusern wurden in den letzten Tagen immer wieder unterkühlte Menschen eingeliefert, berichten die Ruhr Nachrichten. Im Johannes-Hospital in der Innenstadt waren es demnach vier Menschen. Die Menschen mussten wiederbelebt werden. Eine Person habe nur noch eine Körpertemperatur von 23 Grad gehabt - früher ein Todesurteil. Heute können diese Menschen dank der Technik wiederbelebt werden. Die Zahlen an unterkühlten Menschen seien besorgniserregend und noch nie so hoch gewesen, zitieren die Ruhr Nachrichten den zuständigen Chefarzt am Johannes-Hospital.
Zugänge zu Unterkünften fehlen
Die Einrichtungen für Wohnungslose seien zu weit draußen und schwer zu erreichen, sagte Bastian Pütter von der Obdachlosenzeitung BODO.
"Ein obdachloser Mann verstarb an Weihnachten. Er hätte mit Rollstuhl abends zum Zoo gemusst zur Unterkunft und hat das nicht geschafft und sich für einen Schlafplatz in der Stadt entschieden. Da sind die Zugänge nicht ausreichend."
Laut Ratsbeschluss sei die Stadt verpflichtet niedrigschwellige Angebote für wohnungslose Menschen zu schaffen. Das sei bisher nicht erfolgt, so Pütter.