
Dortmund: Funde vom Gefangenenlager werden gesichert
Bei Bauarbeiten an der Westfalenhalle sind Überreste eines Kriegsgefangenenlagers gefunden worden. Jetzt steht fest, was damit passieren soll.
Veröffentlicht: Dienstag, 30.06.2026 11:59
Archäologische Funde auf Messe-Baustelle in Dortmund
Gut einen Monat nach der Entdeckung von Überresten eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers steht fest, wie mit den Funden umgegangen wird. Bei den Bauarbeiten für zwei neue Messehallen und ein Kongresszentrum waren Mauerreste ehemaliger Gefangenen-Baracken sowie zahlreiche Alltagsgegenstände entdeckt worden. Dazu gehören unter anderem Schuhe, Löffel und persönliche Erkennungsmarken mit den Nummern der Gefangenen. Das ehemalige Kriegsgefangenenlager gehörte zeitweise zu den größten seiner Art im westlichen Deutschland. Historischen Angaben zufolge waren dort gleichzeitig weit über 70.000 Menschen inhaftiert.
Kriegsgefangenenlager in Dortmund: Historische Funde werden aufgearbeitet
Die Stadt Dortmund lässt sämtliche Funde nun wissenschaftlich dokumentieren und bergen. Anschließend werden sie in einem Magazin eingelagert und archäologisch aufgearbeitet. Langfristig sollen die Überreste und Fundstücke in einer Mahn- und Gedenkstätte öffentlich gezeigt werden. Wo diese entstehen wird, ist derzeit noch offen. Trotz der archäologischen Arbeiten hält die Stadt an ihrem Zeitplan fest. Nach aktuellem Stand sollen die beiden neuen Messehallen und das Kongresszentrum im Jahr 2030 fertiggestellt werden.
Dortmunder Ratsfraktion forderte Baustopp an der Westfalenhalle
Der Fund des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers bereits hatte in den letzten Wochen für politische Diskussionen gesorgt. Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt forderte einen Baustopp, damit die historischen Überreste dauerhaft erhalten bleiben und nicht durch die laufenden Arbeiten zerstört werden. Auch der Aufsichtsrat der Westfalenhallen hat sich zu den Entdeckungen geäußert. Mit allen beteiligten Stellen sollte nach einer Lösung gesucht werden.