
Dortmunder Zoo äußert sich zu Kritik an Löwenbabys
Im Dortmunder Zoo hält die Diskussion um die zwölf Löwenbabys an. Nun erklärt der Zoo, warum die Zucht trotz Kritik bewusst geplant war.
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Zoo erklärt Zuchtentscheidung
Die Debatte um die zwölf Löwenbabys im Dortmunder Zoo geht weiter. Nachdem die Aussage zum Artenschutz in den vergangenen Tagen Kritik ausgelöst hatte, hat sich Zoolotse Marcel Stawinoga am Donnerstag (17.09.26) im Interview mit Radio 91.2 dazu geäußert. Er sagte, die Zucht sei im Zoo damals bewusst geplant worden. Der Artenschutz habe bei dieser Entscheidung aber keine Rolle gespielt.
Ja, also es war kein Unfall oder sowas hier mit den Löwen. Das heißt, wir haben ganz klar gesagt, wir wollen mit denen züchten. Das war nicht so, dass das Zuchtbuch gesagt hat, legt jetzt mal los. Die haben aber auch nicht gesagt, macht's nicht. Der Artenschutz spielte da keine Rolle bei dieser Überlegung, die man damals hier hatte für die Zucht. –Marcel Stawinoga
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) war informiert
Nach Angaben des Zoos wurde auch das EEP, also das Europäische Erhaltungszuchtprogramm, über die Situation informiert. Eine Empfehlung habe es demnach nicht gegeben, ein Verbot aber auch nicht. Stephanie Zech, stellvertretende Zooleiterin, sagte im Interview mit Radio 91.2, bei genetischen Untersuchungen könne sich erst über längere Zeit zeigen, wie die Tiere einzuordnen sind. Wenn solche Untersuchungen zu lange dauerten, könnten die Tiere später womöglich zu alt für die Fortpflanzung sein.
Wir haben da auch das EEP darüber informiert und, wie gesagt, da auch kein Verbot bekommen. Auch keine Empfehlung tatsächlich, aber wie gesagt mit dem Hinweis, dass sich die Genetik dann auch halt, wie gesagt, noch rausstellt, dass es Untersuchungen gibt. Wenn sich jetzt, wie gesagt, solche Untersuchungen über Jahre hinziehen, kann es halt passieren, dass Katzen auch irgendwann dann zu alt sind, um dann nochmal fortpflanzungsfähig sind. – Stephanie Zech, stellv. Zooleiterin
Kritik an früherer Artenschutz-Aussage
Auslöser der Diskussion war ein Instagram-Posting des Zoos Anfang September. Darin und in einer Mitteilung der Stadt Dortmund vom Montag (03.08.26) war der Löwennachwuchs als Beitrag zum internationalen Artenschutz dargestellt worden. Das hatte Kritik ausgelöst, unter anderem vom Tierschützer und Biologen Robert Marc Lehmann. In einem bereits veröffentlichten Beitrag von Radio 91.2 hieß es dazu, nach den Abstammungsinformationen seien die Tiere Zoo-Mischlinge und deshalb für die Erhaltung bestimmter Löwenarten nicht oder nur eingeschränkt geeignet. Stawinoga hatte sich dafür bereits entschuldigt und die Formulierung als fachlich falsch bezeichnet.