Unileben in Zeiten von Corona: Dortmunder Studierende in der Krise

Auch Studierende haben mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Radio 91.2-Reporterin Alexandra Wiemer hat mit einigen Dortmunder Studierenden über ihre Situation gesprochen.

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Weniger Spaß und Geldsorgen

Studieren ist eigentlich eine schöne Erfahrung: Man zieht in eine neue Stadt, lernt neue Freunde kennen, zieht in die erste eigene Wohnung, feiert auch unter der Woche WG-Partys - und nebenbei lernt man natürlich auch etwas. Bei den Studierenden, die jetzt in der Corona-Krise zur Uni gehen, sieht das alles leider anders aus. Es geht nicht nur um weniger Spaß rund ums Studium, sondern die Studieren haben auch Geldsorgen.

10 Prozent der Studierenden ziehen zurück ins Elternhaus

Ani ist 22 Jahre alt. An manchen Tagen reicht das Geld nicht mehr, um was zu Essen zu kaufen, sagt sie. Ani studiert seit Oktober an der TU Dortmund. Auch die Überbrückungshilfe hat sie beantragt, aber noch keine Antwort bekommen. Minijobs fallen für viele Studenten weg.

Laut aktuellen Umfragen bleiben aus finanziellen Gründen rund 10 Prozent der Studierenden zu Hause bei den Eltern wohnen. Weitere 10 Prozent sind sogar zurück ins Elternhaus gezogen.

Weniger Praktikumsplätze während Corona

Dazu kommen Sorgen um Praktikumsplätze, die für manche Studiengänge und Abschlussarbeiten notwendig sind. Janina hat beispielsweise Dutzende Bewerbungen geschrieben für ein Praktikum im Bereich Gesundheitsmanagement oder Personalmanagement. Immer wieder kommt die Antwort. Es tut uns Leid, momentan ist das leider nicht möglich. Das bedeutet in vielen Fälle zusätzliche Semester und zusätzliche Sorgen. Studierende wie Ani fühlen sich in der gegenwärtigen Lage einfach allein gelassen. Wie es weitergeht ist für Ani völlig unklar. Wie sie vermissen alle Studenten aber vor allem eins: Das normale Unileben, den sozialen Kontakt zu anderen Studierenden.

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Kinderzimmer statt Hörsaal, Couch statt Kneipentour. Aber schlimmer noch: einige Studierende haben echte Existenzängste. So zum Beispiel Jessica. Normalerweise verdient sie das Geld für ihr Zimmer im Studentenwohnheim mit Aushilfsjobs in der Gastronomie. Doch alle Jobs fielen dann plötzlich weg. Also suchte sie sich etwas anderes: Ein und Ausräumarbeiten in einem Warenlager. 

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Jessica und viele andere Studenten haben einfach finanzielle Probleme. Bei ihr hat das mit der Überbrückungshilfe schnell und unkompliziert geklappt, sagt sie. Aber der ASTA, der Allgemeine Studierenden Ausschuss, der kann auch von Fällen berichten, bei denen es Probleme gegeben hat. Jedenfalls kommen dort jede Menge Anfrage wegen der Finanznot.

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Dazu kommen aber noch ganz andere Probleme. Wie zum Beispiel ein Praktikumsplatz finden oder die schwierig zu organisierenden Pflicht- Auslandssemester. Durch fehlende Absprachen zwischen den Dozenten, komme es außerdem oft zu Mehrbelastungen. Ganz zu schweigen vom stundenlangen Sitzen am Schreibtisch und dem fehlenden Austausch untereinander. Viele fühlen sich einsam, sagt Mira Kossakowski.

 

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